Geschäftsführer Reinhard Wiesent zieht für Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach dennoch ...
Stürme verwehen Holzpreis

Aufgrund der Kriege sind die Absatzmärkte im Mittelmeerbereich und im Nahen Osten stark eingeschränkt.
Vermischtes
Speinshart
02.03.2016
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6685 im ersten Quartal, 2868 im zweiten und 3144 im dritten: Die imponierende Holzmenge von 12 697 Festmetern vermarktete die Forstbetriebsgemeinschaft Eschenbach von Januar bis September 2015. Damit kamen trotz des verkürzten Wirtschaftsjahres nur 1480 Festmeter weniger auf den Markt als im gesamten Kalenderjahr 2014.

Reinhard Wiesent, der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG), sprach deshalb in der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern, die zunehmend auch im Frühjahr und Sommer Holz anbieten, ein "dickes Lob" aus.

Im Saal des Gemeindezentrums war kein Platz mehr frei, als FBG-Vorsitzender Markus Heining Waldbauern und Ehrengäste willkommen hieß. Wegen der Satzungsänderung im Vorjahr kündigte er Berichte für ein "Rumpf-Wirtschaftsjahr" an. Sein Rückblick enthielt nur drei Ausschusssitzungen, vier Treffen auf Landkreisebene und zwei Termine mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Ausführliche Informationen lieferte Geschäftsführer Reinhard Wiesent, der im mitgestalteten Eschenbacher Bauernmarkt eine "gigantische Veranstaltung" sah. Mit einer Bildernachlese erinnerte er an "Waldbauliche Spaziergänge". Zudem hob er die Verleihung des Staatspreises 2015 für vorbildliche Waldbewirtschaftung an die Stadt Eschenbach lobend hervor.

Zu Sturm "Niklas" im März und den Gewitterstürmen des Sommers sagte Wiesent: "Das Gebiet unserer FBG wurde zum Glück nur in geringem Umfang von diesen Kalamitäten betroffen." Als Folge der Sturmschäden in anderen Gebieten beklagte er einen Preisverfall von 8 bis 20 Euro pro Festmeter innerhalb von ein bis zwei Wochen. In dieser Situation habe sich die ständige Zusammenarbeit mit heimischen Sägewerken als wichtig erwiesen.

Borkenkäfer-Warnung


"Der milde, niederschlags- und schneearme Winter und die Trockenheit des Sommers haben Stresssituationen für den Wald hervorgerufen", fügte der Geschäftsführer eine weitere Negativmeldung hinzu. Damit verbunden war eine Borkenkäfer-Warnung für das Frühjahr: Denn bereits seit September sei ein Kupferstecher-Befall zu beobachten. Wiesent rief dazu auf, die betroffenen Bäume ab Mitte März aus dem Wald zu entfernen.

Eingehend befasste sich der Redner dann mit dem starken Preisverfall, bedingt durch das große Angebot von Rundholz aus den Windwurf- und Käfergebieten in Deutschland sowie von Hölzern aus Skandinavien und osteuropäischen Ländern. Die aktuelle Lage kennzeichnete er mit den Worten: "nach wie vor gut mit Holz versorgte Sägewerke, stagnierende Schnittholzpreise und aufgrund der Kriege stark eingeschränkte Absatzmärkte im Mittelmeerbereich und im Nahen Osten".

Zähe Verhandlungen


Die geringe Nachfrage nach Brennholz begründete er mit drei milden Wintern in Folge und den billigen Heizölpreisen. Die Preise pro Festmeter betragen im vierten Quartal 2015 zwischen 83 und 88 Euro für Fichte und zwischen 63 und 72 Euro für Kiefer, teilte Wiesent mit und kündigte zähe Preisverhandlungen für das erste Quartal 2016 an. "Der Rückgang im Jahr 2015 liegt noch im erträglichen Bereich", lautete sein Fazit nach einem Vergleich der Holzpreis-Entwicklung seit 2008.

Die Teilnahme an der Wertholzsubmission in Himmelkron mit "guten Preisen" nahm er zum Anlass, Modalitäten und Ablauf einer solchen Veranstaltung zu beschreiben. Eichen sollten nicht nur als gutes Brennholz betrachtet werden, betonte Wiesent und berichtete von 80 Festmeter vermarktetem Eichenholz, das je nach Klasse 100 bis 200 Euro pro Festmeter erbracht habe.

Viele "Kleine", wenig "Große"Wie sehr die Forstbetriebsgemeinschaft Nutzen und Hilfestellung für kleine Waldbesitzer ist, machte Geschäftsführer Reinhard Wiesent mit einer Auflistung der "Mitglieder nach Fläche" deutlich. Danach verfügen 354 Mitglieder (48,6 Prozent) über einen Flächenanteil von insgesamt nur 15,4 Prozent. Die Größe ihres Besitzes beträgt jeweils unter vier Hektar. Zwischen vier und zehn Hektar (38,3 Prozent) groß ist jeweils der Waldbestand von 285 Mitgliedern (39,1 Prozent). Auf mehr als jeweils 20 Hektar (26,9 Prozent) beläuft sich der Bestand von 20 Waldbesitzern (2,7 Prozent). Die gesamte Waldfläche aller 729 FBG-Mitglieder bezifferte Wiesent mit 4813,7 Hektar. (rn)
Aufgrund der Kriege sind die Absatzmärkte im Mittelmeerbereich und im Nahen Osten stark eingeschränkt.FBG-Geschäftsführer Reinhard Wiesent
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