Informationsveranstaltung zur Einführung einer offenen Ganztagsschule
Aufgabe für ganze Schulfamilie

Ein Quartett an Befürwortern erläuterte bei einer Informationsveranstaltung des Schulverbandes am Rauhen Kulm die Möglichkeiten zur Einführung von offenen Ganztagsangeboten an der Grundschule Speinshart. Unser Bild zeigt (von links) Schulverbandsvorsitzenden Bürgermeister Albert Nickl, Sabine Kunz von der Bezirksregierung, Schulrätin Elisabeth Junkawitsch und Schulleiter Franz Ficker. Bild: do
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Speinshart
15.04.2016
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Geht es nach dem Schulverband am Rauhen Kulm, soll es ab Beginn des Schuljahres 2017/2018 an der Grundschule Speinshart eine offene Ganztagsschule geben. Voraussetzung: Es kommen genügend Schüler zusammen. Doch die Schulfamilie ist optimistisch. Das zeigte sich bei der Informationsversammlung im Gemeindezentrum.

Die Ganztagsschule als Lern- und Lebensort, in dem sich die ganze Schulfamilie aufgehoben fühlt. Dieses Ziel verfolgen Eltern, Pädagogen und Kommunalpolitiker im Kulmgau. "Ihre Grundschule" in Speinshart soll Grenzen öffnen und Spielräume erweitern. Das Angebot des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus zum Aufbau von offenen Ganztagsschulen auch in den Grundschulen kommt da gerade recht.

Es war eine imposante Hörerschar, die Verbandsvorsitzender Bürgermeister Albert Nickl zur Infoversammlung begrüßte. Eltern, Schulleiter Franz Ficker mit dem kompletten Lehrkörper, die Bürgermeister mit ihren Stadt- und Gemeinderäten, Dr. Knut Thielsen, der Vorsitzende des Fördervereins, und Schulrätin Elisabeth Junkawitsch: Sie alle lauschten mit großem Interesse den Ausführungen von Sabine Kunz, Koordinatorin für Ganztagsschulen bei der Regierung der Oberpfalz.

Nachahmenswertes Beispiel


Einleitend sprach Albert Nickl von großen Herausforderungen für die Schule und lobte die bisherige vorbildliche Mittags- und Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten der drei Kommunen. Dann verwies er auf die Aufgabe der Gemeinden, mit Blick auf sich verändernde Rahmenbedingungen in den Familien für die Grundschüler eine umfassende qualifizierte Nachmittagsbetreuung anzubieten. Als nachahmenswertes Beispiel führte der Bürgermeister die guten Erfahrungen in der Nachbarschule in Oberbibrach an.

Passgenaues Konzept


Gut geplant ist halb gewonnen: Unter diesen Leitgedanken stellte Sabine Kunz ihre Erläuterungen zur Einrichtung einer offenen Ganztagsschule. Auf den vielfältigen und durchweg guten Erfahrungen in anderen Schularten aufbauend entwickelte die Koordinationsbeauftragte der Regierung für die Kulmgau-Gemeinden ein "Starterkit" für ein passgenaues Entwicklungskonzept.

Als Kernstück der offenen Ganztagsschule nannte die Referentin ein Betreuungsangebot bis 16 Uhr. Darin enthalten seien die Verpflichtung zum Mittagessen und ein hochwertiges Förderangebot. Darunter versteht die Regierungsvertreterin unter anderem eine verlässliche Hausaufgabenbetreuung und eine kreative Nachmittagsgestaltung, etwa in Form von Sport, Musik oder bloßem Austoben.

Als besonderes Qualitätsmerkmal sah sie die enge "Verschränkung" des Vor- und Nachmittags als schulische Veranstaltung mit anerkanntem pädagogischen Personal. "Dabei wird auch das ehrenamtliche Mitwirken von Eltern begrüßt", ermunterte Kunz alle Erziehungsberechtigten zur Mitgestaltung. "Je schöner das Angebot, umso attraktiver ist die offene Ganztagsschule."

Schließlich erläuterte sie die Planungsschritte zur Einführung einer offenen Ganztagssschule und empfahl eine Abstimmung mit allen Betroffenen, eine Bedarfsabfrage bei den Eltern sowie Kontaktaufnahmen mit Fachbehörden und Förderstellen. Auch Baukonzepte, etwa für eine Schulküche und für Betreuungsräume, gehörten in der Regel in das Gesamtkonzept. Welchen Weg der Schulverband auch immer wähle: Erfolgreich könne er nur sein, wenn die ganze Schulfamilie den "Ganztag" als Aufgabe annehme, appellierte die Koordinationsbeauftragte an solidarisches Handeln.

Für Eltern kostenlos


Ein Zuckerl war für alle Besucher der Finanzierungsvorschlag. Für die Eltern sei die Ganztagsschule kostenlos, sagte Kunz. Stöhnen braucht aber auch der Schulaufwandsträger nicht: Unabhängig von den Fördermöglichkeiten für die bauliche Umgestaltung unterstützt der Freistaat ihn mit jährlich 28 000 Euro pro Ganztagsklasse. Somit verbleibt für den Träger ein jährlicher Anteil von 5500 Euro je Gruppe.

Die vielen Wortmeldungen aus den Reihen der Besucher ließen auf ein reges Interesse zur Einführung einer offenen Ganztagsschule schließen. Schulverbandsvorsitzender Albert Nickl kam deshalb zu der Erkenntnis: "Ganztagsangebote haben in der Grundschule am Rauhen Kulm Zukunft." Er kündigte eine rasche Bedarfsabfrage bei den Eltern an.

Kombination "das große Plus"Schulrätin Elisabeth Junkawitsch erläuterte die Aufgabe des Schulamts, als Schnittstelle zwischen Regierung und Schule die Einrichtung von offenen Ganztagsangeboten auch in den Jahrgangsklassen 1 bis 4 zu fördern.

"Wir nehmen dabei Schönes war", merkte sie an und lobte die Kombination von Essenskultur, Hausaufgabenbetreuung und Zusatzangeboten. Junkawitsch wusste aber: "So etwas muss wachsen." "Das große Plus der Ganztagsangebote ist die erzieherische Freizeitgestaltung und das soziale Lernen", ergänzte Dr. Knut Thielsen, der Vorsitzende des Fördervereins. Dies beginne schon beim gemeinsamen Mittagessen.

Er empfahl, eine Diskussion über die Feinsteuerung des Tagesablaufs erst nach Einführung der Ganztagsbetreuung zu führen. (do)


Speinshart muss zahlenAuch erste Umbaupläne für das Schulhaus treiben Bürgermeister Albert Nickl bereits um. Untrügliches Zeichen dafür war die Anwesenheit von Architekt Karlheinz Schultes. Die Baumaßnahmen gingen zu Lasten der Gemeinde Speinshart, tröstete Nickl die Bürgermeisterkollegen Wolfgang Haberberger und Carmen Pepiuk sowie die vielen Stadt- und Gemeinderäte aus Neustadt am Kulm und Trabitz.

Zu weitergehenden Überlegungen für das sogenannte Kombi-Modell von Jugendhilfe und Schule mit längeren Öffnungszeiten, Ausweitung des Angebots auf alle Freitage und Betreuungsmöglichkeiten in den Ferien verwies er auf die Erprobungsphase an zumeist städtischen Schulstandorten. Deren Erfahrungen sollten abgewartet werden. (do)
Je schöner das Angebot, umso attraktiver ist die offene Ganztagsschule.Sabine Kunz, Koordinatorin für Ganztagsschulen bei der Regierung der Oberpfalz
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