Katholischer Frauenbund Speinshart unterstützt Verein "Wiederaufbau Bhaktapur"
"Ein Herz für Andere"

In der Generalversammlung des Katholischen Frauenbundes überreichte Vorsitzende Elisabeth Nickl Spenden von jeweils 300 Euro an Martin Kohl (links) für den Verein "Wiederaufbau Bhaktapur" und an Josef Rupprecht (rechts) für das Heilpädagogische Zentrum Irchenrieth. Bild: do
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Speinshart
03.03.2016
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Nepal ist ein Märchenland, sagt Martin Kohl. Der Kirchenthumbacher leistete dort in den 1970er Jahren unter dem Dach der Deutschen Entwicklungshilfe Aufbauarbeit. Nun aber ist der Diplom-Ingenieur tief betrübt. "Aus dem Wunder Nepal wurde ein Trümmerhaufen."

In der Jahreshauptversammlung des Katholischen Frauenbundes berichtete er über die zerstörende Kraft zweier Erdbeben im Jahr 2015 sowie über seine Bemühungen, mit einer "Nothilfe Nepal" zum Wiederaufbau beizutragen.

Kohl blickte zunächst auf die schweren Aufbaujahre im Himalaya-Staat zurück: keine funktionierende Abwasserbeseitigung, verunreinigtes Trinkwasser, nur vier Toilettenanlagen in der Stadt und damit verbunden Epidemien und hohe Kindersterblichkeit - Zustände wie im europäischen Mittelalter. Diese untragbaren Verhältnisse zu beseitigen, ist der Auftrag der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz). Mit einigen Kollegen und 4000 Nepalesen packt er an. Sein Auftrag ist es, die Infrastruktur von Bhaktapur in die Neuzeit zu führen. Nach fünf Jahren ist die Weltkulturerbe-Stadt ein Vorzeigeprojekt.

Tempel restauriert


Darüber hinaus interessiert sich der Entwicklungshelfer zusammen mit Kollegen des Denkmalschutzes für die Pagoden-Architektur aus dem siebten Jahrhundert und die vielen von der Unesco geschützten Tempelanlagen im Kathmandu-Tal vor der malerischen Kulisse der Bergriesen. 171 Tempel und Stupas wurden mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Entwicklungshilfe restauriert.

Schon die ersten Meldungen nach den Erdbeben am 25. April und 12. Mai 2015 lassen ihn Schreckliches erahnen: Bhaktapur liegt in Trümmern. Stadt und Land beklagen 8700 Tote und unzählige Verletzte. Die Menschen sind traumatisiert, 70 Prozent der Wohnhäuser zerstört oder schwer beschädigt. Die Trinkwasserversorgung ist in großen Teilen der Stadt zusammengebrochen. Auch wirtschaftlich liegt diese am Boden. In dieser Notlage packt Martin Kohl in Nepal ein zweites Mal an: Der Kirchenthumbacher startet zusammen mit weiteren Nepalfreunden eine Nothilfe und gründet den Verein "Wiederaufbau Bhaktapur". Im Herbst 2015 sieht er sich vor Ort um und stellt eine Liste von Sofortmaßnahmen zusammen. Dabei verwies er vor allem auf den Wiederaufbau der Grundversorgung mit Reparatur der Trinkwasserleitungen und Verbesserung der hygienischen Verhältnisse. Auch in Schulprojekte soll Unterstützung fließen.

Hilfe zur Selbsthilfe


In einigen Wochen wird Kohl erneut in das Land reisen, um weiter anzuschieben und mit den Spendengeldern vieler Menschen gezielt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Auf diesem Weg begleiten ihn die guten Wünsche des Frauenbundes und eine Spende von 300 Euro, die Vorsitzende Elisabeth Nickl überreichte.

Mit ebenfalls 300 Euro unterstützt die Ortsgruppe das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Irchenrieth. "Es gibt noch die Menschen, die an diejenigen denken, die Hilfe brauchen", lobte Vorsitzender Josef Rupprecht die Initiative der Frauen: "Ein gutes Herz hat der, der auch ein Herz für Andere hat."

Meditative Tanzwanderung, Pizzaessen, abendlicher AusflugHeilfasten heißt, den Körper von überflüssigem Ballast zu befreien. Genau das tut der Katholische Frauenbund: Bei seinen Heilfasten-Tagen sind bis 4. März Schweinsbraten und Süßes tabu. Das Heilfasten zählt zum reichen Programmangebot des Ortsvereins. In der Jahreshauptversammlung stellte Vorsitzende Elisabeth Nickl anhand eines Flyers das Jahresprogramm 2016 vor.

Die Vorsitzende verwies einleitend auf den Weltgebetstag in Schlammersdorf, der am Freitag gleichzeitig den Abschluss der Heilfasten-Woche bildet. Schon wenige Tage später sind alle Frauen und Männer am Mittwoch, 9. März, ab 19.30 Uhr zum Binden von Palmbuschen ins Gemeindezentrum eingeladen. Nach einem Frauengottesdienst im April in Tremmersdorf organisieren die Mitglieder für 20. Mai eine Maiandacht in Tremmersdorf mit Einkehr im Gasthaus Vetter.

Eine meditative Tanzwanderung mit Ingrid Weinfurtner ist für 14. Juni geplant. Ein Pizzaessen in Haselbrunn am 15. Juli und das Kräuterbüschel-Binden am 13. August vervollständigen das Sommerprogramm. Die Herbstzeit beginnt der Frauenbund mit einer Fahrt nach Nürnberg. Ein Abendausflug führt am 21. Oktober in den Geschichtspark Bärnau. Bereits am 8. Oktober geht es behaglich zu: Die Mitglieder treffen sich im Kloster-Gasthof zum Frauenfrühstück.

Die stillen Tage des Novembers nutzen die Frauen zu einem Einkehrtag. Am 17. November wird bei einem Kochkurs ein schnelles, raffiniertes Weihnachtsmenü" gekocht. Anmeldungen nimmt Maria Seitz entgegen. Die traditionelle Adventsfeier am 7. Dezember beschließt das abwechslungsreiche Jahresprogramm, zu dem unter dem Leitgedanken "LebZeiten" Jung und Alt eingeladen sind. (do)
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