Kirwa in Speinshart
Dorfleben aufs Korn nehmen

Einer der Höhepunkte der Speinsharter Kirwa ist das "Derblecken" durch die Landjugend beim Kirwatanz. Als geborene Gstanzl-Sänger erwiesen sich (von links) Rafael Neukam, Eva Zeitler, Frater Korbinian König, Helena Diepold und Max Rodler. Ein begeistertes Publikum dankte den Laien-Kabarettisten mit stürmischem Beifall. Bild: do
Vermischtes
Speinshart
20.09.2016
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Längst ist die Speinsharter Kirchweih ein Magnet für Jung und Alt. Dem Kirwabaum-Aufstellen und dem rituellen Austanzen der Paare am Freitagabend folgten am Samstag beim Tanz eine Menge "Seitenhiebe".

Die Landjugend schwimmt auf einer Erfolgswelle. Kein Wunder: Die Boum und Moidla des Klosterdorfes verstehen es, Brauchtum neu zu beleben. Ganz im Sinne des weiß-blauen Selbstverständnisses leben und leben lassen trumpften die jungen Leute um das Führungsduo Philipp Seitz und Johanne Nickl auch beim Kirwa-Tanz mit dem urbayerischen Lebensgefühl mächtig auf.

Im brechend vollen Saal des Gemeindezentrums bejubelte die junge Generation die Kirchweihtage immer wieder mit einem "wer houd Kirwa, mir hom Kirwa". Die "Nacht der Tracht" wurde, befeuert von den heißen Rhythmen der "Gseea Wepsn" zu einem Bekenntnis Oberpfälzer Vielfalt und Gemütlichkeit.

Längst gehört zum Speinsharter Kirwa-Tanz das legendäre "Derblecken". Am Samstagabend lief, wie schon so oft, ein Quartett der Landjugend zu kabarettistischer Hochform auf. Mit hintergründigen Texten nahmen die Gstanzl-Sängerinnen und -sänger Helena Diepold, Rafael Neukam, Max Rodler, Eva Zeitler und Korbinian König das Dorfleben aufs Korn. Provokant schon die Hinführung durch den Oberbibracher Korbinian König. Der Prämonstratenser-Frater frotzelte über die Notwendigkeit einer Oberbibracher Schützenhilfe, um dann zuzugeben: "Grüß Gott mitanander, habe die Ehre. In Spoinsad is' Kirwa in schöner Atmosphäre".

Sogleich knöpften sich die Sänger "Frater Jobo" vor. "Da Frater Johannes will a Pfoarer wern, oba des Fest in Tremmersdorf halt, des hört a ned gern ". In Anwesenheit von Bürgermeister Albert Nickl fanden die Akteure rasch den Übergang zum Gemeindegeschehen. In der " Reissn" hatten die Gstanzlsänger zunächst den neuen Gemeindearbeiter. "Junges Bloud homs etz kraigt. An Mayer Johann - hom mir den verdaint?" hieß es, um dann zu loben: "Oarwan douda für zwoa Leit, zohlt wird er für oin, da houd der Albert a Freid".

Über den Nachwuchs namens Josefa der Holunderkönigin Teresa spekulierten die Sänger: " "D' Holunderkönigin houd a Kind gröigt. Da Baron schöibt Josefa im ganzen Dorf uma nand, dou is a öitz glei an ganzen Doch eigspannt. Nächstes Jahr wird gheirat, dau gibt's a grouß Fest, des gibt an Albert finanziell nu an Rest". Im Blickpunkt
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