Kräuterbüschel des Frauenbundes sind im Nu vergriffen
Schmucke Sträuße

Sehr begehrt waren die Kräuterbüschel, die Mitglieder des Katholischen Frauenbundes zum Feiertag Mariä Himmelfahrt den Gläubigen vor dem Gottesdienst in der barocken Klosterkirche zum Kauf anboten. Der Erlös wird für einen guten Zweck verwendet. Bild: nil
Vermischtes
Speinshart
18.08.2016
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Tradition aufrecht erhalten und gleichzeitig einen mildtätigen Zweck erfüllen: Das tat der Katholische Frauenbund an Mariä Himmelfahrt mit fast 100 verkauften Kräuterbüscheln.

Im Vorfeld hatten die Mitglieder Berge an Blumen, Kräutern, Getreidehalmen und Gräsern gesammelt. Bei Marianne Nickl im Klosterhof banden sie diese zu wunderschönen Sträußen, damit möglichst viele Gottesdienstbesucher zum Feiertag einen schmucken Kräuterbüschel erwerben konnten. Die Blüten- und Kräuterpracht aus dem eigenen Garten und den Fluren nutzten aber auch viele andere, um nach alter Tradition selbst einen schmucken Kräuterbuschen zu gestalten.

Besonders in dörflich strukturierten Gebieten ist der Brauch zu Mariä Himmelfahrt noch sehr lebendig. Helfen sollen die geweihten Kräuter gegen eine mögliche Verzauberung des Viehs, Gewitter und Krankheit sowie für eine gute Ernte, Eheglück, Gesundheit und vieles mehr. Die katholische Kirche sieht die Kräuterweihe vor allem als Ausdruck der Achtung vor der Schöpfung an und die Heilkraft der Kräuter als Symbol für die Zuwendung Gottes zu den Menschen.

Dunkler und kühler Platz


Der Brauch lässt sich bis ins zehnte Jahrhundert zurückverfolgen. So findet sich in einem römisch-deutschen Pontifikalbuch aus dieser Zeit bereits ein Segensgebet über die Kraft der Heilkräuter.

Der Büschel sollte an einem dunklen und kühlen Platz aufgehängt werden, damit die Farben und Heilwirkungen erhalten bleiben. Früher wurde beim Heraufziehen eines Gewitters ein Teil des Kräuterbüschels ins Herdfeuer geworfen, um das Haus vor Blitz zu schützen. Am Heiligen Abend, an Silvester und an Dreikönig werden die Kräuter angezündet und damit Haus und Stall ausgeräuchert. Auf vielen Bauernhöfen in der Klosterdorfgemeinde wird dies heute noch praktiziert.

Bei der Verkaufsaktion beim Vormittagsgottesdienst an Mariä Himmelfahrt waren die Kräuterbüschel im Nu vergriffen. Im Herbst wird der Vorstand des Katholischen Frauenbundes festlegen, welchem guten Zweck der Erlös aus dem Kräuterbüschelbinden zufließen soll.
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