Mögliche Windräder nicht direkt neben Kloster, Rauhen Kulm und Barbaraberg
Erleichterter Bürgermeister

Vermischtes
Speinshart
31.10.2016
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Riesige Windräder im Blickfeld des Rauhen Kulm, des Barbaraberges und der Klosteranlage in Speinshart? Dieses landschaftliche Horrorszenario scheint abgewendet. Dennoch könnte es in Sichtweite des Kulmgaues bald Windkraftanlagen geben.

Nach der Zustimmung der Gemeinden Vorbach und Neustadt am Kulm erklärte nun auch der Speinsharter Gemeinderat sein Einverständnis mit dem Vorschlag der Regierung der Oberpfalz, an der Grenze zu Oberfranken ein Vorbehaltsgebiet für Windenergie auszuweisen. Den Standort "NEW 17 L" stufen die Fachleute als Gebiet mit wirtschaftlich interessanter Windhöffigkeit ein. Gemeint ist ein "grenzüberschreitendes" Gebiet mit circa 42 Hektar nordöstlich von Vorbach. An der Bezirksgrenze sollen der Böhmische und die Westwinde besonders stark blasen. In 130 Meter Höhe wurden Windgeschwindigkeiten von 5,3 Metern je Sekunde gemessen. Der Regionale Planungsverband Oberfranken Ost hat bereits mit der rechtskräftigen Ausweisung einer Vorbehaltsfläche ein Signal gesetzt. Nun empfiehlt auch der Regionale Planungsverband Oberpfalz Nord, das Waldgebiet im Eigentum der Bayerischen Staatsforsten im Fortschreibungsentwurf des Regionalplanes als Vorbehaltsgebiet für den Bau von Windkraftanlagen auszuweisen.

Im Beteiligungsverfahren werden von der Regierung nun unter anderem die Gemeinden gefragt. Im Rahmen einer öffentlichen Auslegung können auch die Bürger Stellung nehmen. Mit einem grundsätzlichen Einverständnis reagierten in der letzten Gemeinderatssitzung Speinsharts Bürgermeister und das Gemeinderatsgremium auf die Planungen. "Es ist im Sinne der Region, wenn Wertschöpfung vor Ort bleibt", erklärte Bürgermeister Albert Nickl.

Mögliche Windräder seien zwar weiter in Sichtweite. Aber eine Beeinträchtigung des Blicks zur Kulmlandschaft mit den Naturdenkmälern Rauher Kulm und Barbaraberg sowie dem Kloster Speinshart sei nicht gegeben, stellte Nickl erleichtert fest. Unter Berücksichtigung aller Faktoren empfahl der Bürgermeister eine Zustimmung zu den Planungsabsichten des Regionalen Planungsverbandes und die Herausnahme der Flächen aus der Schutzzone des Naturparks. Gleichzeitig befürwortete er eine enge Kontaktpflege mit den Nachbargemeinden und der Gemeinde Speichersdorf. Als grundsätzlich nicht falsch aber viel zu restriktiv bewertete Johann Mayer die Gebietsausweisung für die Windenergienutzung. "Der Regionalplan ist ein Verhinderungsplan", bemängelte Mayer, der die Hoffnung auf eine großzügigere Genehmigung von Windrädern nicht aufgibt. "Vielleicht kommt in den nächsten Jahren ein Meinungswandel." Aber es sei ein Schritt nach vorne, ergänzte Nickl. Diesen Schritt taten auch die Gemeinderäte. Einstimmig sprach sich das Gremium für den Regionalplan-Entwurf zur Windenergienutzung auf dem Standort "NEW 17 L" nordöstlich von Vorbach aus.
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