Mostsaison beginnt am Samstag
Ein Glas vollGesundheit

Trotz der großen Hitze entwickeln sich die Äpfel, versteckt im Blätter- und Astwerk, stetig. Allerdings gibt es viel Fallobst: für die Jäger zur Wildfütterung, für die Abfalltonne - oder als Obst zur Saftgewinnung. Zur Freude des Besitzers dürften die Äpfel einen herrlichen Saft geben. Bild: gpa
Vermischtes
Speinshart
01.09.2016
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Die Mostkampagne in Haselbrunn beginnt: Wenn Maria Ott sie am Samstag eröffnet, kommen Besitzer kleiner und großer Obstplantagen mit ihren Schätzen und gehen mit frisch gepresstem Saft nach Hause.

Haselbunn/Speinshart. Seit fast einem Viertel Jahrhundert ist Ott Leiterin der Anlage des Obst- und Gartenbauvereins Speinshart in Haselbrunn. Wenn am Samstag, 3. September, Äpfel in der Waschanlage gesäubert, zerkleinert, in der Presse bearbeitet und das Endprodukt - ein hochwertiger, naturbelassener Apfelsaft - in die Bags abgepackt werden kann, beginnt die routinierte Arbeit des Teams. Moderne Technik unterstützt den Betriebsablauf vom Anliefern der Äpfel bis zum Verladen der Saftbeutel.

Sonnentage nutzen


Nach Einschätzung von Ott könnte die diesjährige Obsternte mit regionalen Unterschieden das Ergebnis des Vorjahres schaffen. Bezüglich der Qualität der Äpfel, die ausschlaggebend für die Qualität des Endprodukts Apfelsaft ist, hat sie jedoch auch Sorgen. Obwohl jeder Sonnentag positiv für die Qualität der Äpfel ist, fallen durch die heißen Tage viele Äpfel ab und sind zum Mosten ungeeignet.

Trotzdem sei eines wichtig: "Kernobst erst dann ernten, wenn sich der Stiel mit leichter Drehung vom Zweig lösen lässt. Mostobst muss reif, gesund, sauber und nicht mit Spritzmitteln behaftet sein, ohne die Qualität beeinträchtigende Zwischenlagerung zur Mosterei bringen und verarbeiten lassen", erklärt die Leiterin.

"Wir garantieren, angeliefertes Obst nach vorheriger Absprache mit moderner Technik zu verarbeiten. Lässt man sich dafür einen festen Termin geben, kann der Apfelbaum einige Stunden vorher abgeschüttelt werden", erklärt Ott.

Nur frisches Obst


Wer seine Äpfel unbedingt vor dem Pressen lagern muss, sollte dies kühl und luftig und niemals in Plastiksäcken tun. Unreifes Obst habe hohe Säure- und zu niedrige Zuckerwerte, überreifes Obst sei wegen des niedrigen Säuregehalts zum Entsaften ungeeignet. Eine Handvoll fauler Äpfel kann den Saft von mehreren Tonnen Obst verderben, so die Most-Expertin.

Wegen vieler Anrufe von besorgten Obstbaumbesitzern, die Angst haben, durch die derzeitige Hitze viel Fallobst zu bekommen, nimmt die Mosterei in Haselbrunn bereits am Samstag ihren Betrieb auf. Zur Vermeidung von längeren Wartezeiten wird um vorherige Anmeldung unter Telefon 09645/1631 gebeten.

Was der Apfel kannGesundheit aus dem Obstkorb oder dem Saftglas: Äpfel fördern die Konzentration und der hohe Fruktosegehalt liefert dem Gehirn schnelle Energie. Ballaststoffe sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu schnell absinkt. Äpfel senken zudem den Cholesterinspiegel und hemmen so die Arterienverkalkung.

Verantwortlich dafür sind Pektine aus der Schale sowie sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Das Obst reguliert auch die Verdauung: Vor allem in der Schale stecken viele Ballaststoffe und das Pektin bildet im Darm Wasser und Giftstoffe. Daher werden Äpfel sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung eingesetzt. Äpfel senken auch das Krebsrisiko. Pflanzenfarbstoffe wie Flavonoide und Carotinoide schützen die Zellen und beugen unter anderem Krebserkrankungen vor. Die knackigen Früchte machen auch schlank und eignen sich als Zwischenmahlzeit für Kalorienbewusste. Ein mittelgroßer Apfel enthält etwa 70 Kalorien, ein Schokoriegel hat rund 300 Kalorien.

Auch das Immunsystem stärkt das Obst. Vor allem reife, nicht zu lange gelagerte Äpfel enthalten Vitamin C, das vor Zellschäden schützt und die Abwehrkräfte stärkt. Apfelsaft enthält fünf Mal so viele gesundheitsfördernde Stoffe wie ihr klarer Abkömmling, entdeckten polnische Forscher. Nur 200 Milliliter Apfelsaft kann eine Portion Obst am Tag ersetzen. (gpa)
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