Neuer Radlweg
"Tour de Nordoberpfalz"

Auf die Plätze, fertig, los - und der neue Radlweg wurde eröffnet. In Münchsreuth trafen sich Landrat, Bürgermeister, ALE-Vertreter, Gemeinderäte, Grundstückseigentümer und Kirchenvertreter, um Radwegverbindung zwischen der Oberpfalz und Franken einzuweihen. Bild: do
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Speinshart
14.10.2016
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Runter von der Kreisstraße NEW 5 und rauf die Flurwege: Die Pedalritter fahren künftig sicherer durch ein Stück Oberpfälzer Hügelland. Ein neuer Radweg macht sowohl Radler als auch Landwirte glücklich.

/Vorbach. Gut ausgebaute Wege kommen auch den "Feldherren" entgegen. Es ist ein neues Radwegkonzept, dass der Landkreis und die Gemeinden Speinshart und Vorbach bei der Eröffnung der Neubaustrecke zwischen Speinshart und Oberbibrach vorgestellt und zur Nachahmung empfohlen hatten.

Anstelle des sogenannten begleitenden Radwegebaus entlang der Kreisstraßen nutzten die Kommunen das weit gespannte Netz an Flur- und Gemeindeverbindungswegen, einen neuen Radlweg auf weitgehend bestehenden Wegetrassen zu realisieren. Als Projektträger waren sich das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), der Landkreis Neustadt/WN und die Gemeinden bei der offiziellen Freigabe der Wegstrecke einig: Mit diesem Konzept wurde ein Beitrag zum sparsamen Umgang mit der Ressource Land und Boden geleistet.

"Und kostengünstiger war es auch", bekannte Landrat Andreas Meier bei der Streckenfreigabe in Münchsreuth. Ein Blick in die neue Radkarte - oder "Cyling-Map" des Kooperationsraumes Vierstädtedreieck - zeigt auf, das die Strecke mit der Bezeichnung NEW 23 nicht nur das Streckennetz im Bereich der Gemeinden Speinshart und Vorbach schließt. Wichtig ist die fast fünf Kilometer lange Wegetrasse auch als Verbindung zwischen Altbayern und Franken.

Schmunzelnd kommentierten deshalb Teilnehmer bei der Eröffnung das Projekt als "Fränkisch-Oberpfälzer Friedensweg", und auch Bürgermeister Albert Nickl sah als Hauptredner ein Zusammenrücken zwischen Oberpfälzern und Franken. "Es ist ein guter Tag für alle Nutzer", erklärte Nickl mit Blick auf Radlfahrer, Landwirte und Wanderer.

Zu verschmerzen


Findig entdeckten die Kommunalpolitiker Förderquellen. Dorferneuerungsmittel und die Kostenbeteiligung des Landkreises summierten sich auf fast 85 Prozent der gut eine Million teuren Baumaßnahme, bilanzierte Speinsharts Bürgermeister. Der einzige Wermutstropfen fällt nicht schwer. Für den Wegeunterhalt sind die Gemeinden zuständig.

Gleichzeitig räumte Bürgermeister Albert Nickl ein, nicht die Ideallinie der Radwegführung gefunden zu haben. "Wir mussten bei der Streckenführung im Bereich Haselhof Kompromisse machen." Auch die Asphaltbauweise sei aus finanziellen Gründen nicht durchgängig möglich gewesen. Dennoch gab Albert Nickl dem neuen Radweg das Prädikat "eines Gemeinschaftsprojektes erster Klasse". Zudem würdigte der Bürgermeister die Tatsache, dass im Rahmen der Baumaßnahmen auch Wegebausanierungen realisiert werden konnten. Zusammenfassend lobte der Speinsharter Gemeindechef die mustergültige Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, dem Landkreis, dem Amt für Ländliche Entwicklung, den Grundstückseigentümern- und Pächtern und den Baufirmen Schreyer (Ebnath) und Schulz (Pfreimd).

Als gelungen bezeichnete auch Vorbachs Bürgermeister das Gemeinschaftsprojekt. "Darauf haben viele Menschen viele Jahre gewartet", urteilte Werner Roder. Der Bürgermeister sah darin eine klassische "Win-Win-Situation", mit dem Gewinn eines Mehrwertes für alle Seiten. Der Landkreis habe sich mit der Vermeidung eines Kreisstraßen-begleitenden Radweges Geld gespart. Gleichzeitig seien Natur und Landschaft geschont worden. "Es ist was Gutes daraus geworden", lobte Werner Roder, um dann auf die Notwendigkeit eines weitere n Radweges zwischen Oberbibrach und Schlammersdorf aufmerksam zu machen. Auch die Gemeindeverbindungsstraße Menzlas-Höflas sei als Teil des bezirksübergreifenden Radwegenetzes sanierungsbedürftig, legte Roder mit der Hoffnung auf gute Fördermöglichkeiten nach.

Der Landrat analysierte: "Wenn sich viele Personen mit großer Energie an gleicher Stelle einsetzen, bleibt der Erfolg nicht aus." Baudirektor Georg Braunreuther versicherte für ALE: "Uns liegt daran, den ländlichen Raum zu stärken." Dazu gehöre auch die Unterstützung des Trendsports Radfahren bei gleichzeitiger Förderung der Landwirtschaft. Das Wegeprojekt nannte der ALE-Vertreter beispielgebend. Vor dem letzten Akt des Großprojekts, der Streckenfreigabe, erbat Prior Pater Benedikt Schuster Gottes Segen für die Wege.

Bewältigt


Die Gemeindechefs verbanden die Einweihung mit einer "Tour de Nordoberpfalz" auf der Neubaustrecke zwischen Münchsreuth und Oberbibrach. Die begleitende Mannschaft bestand überwiegend aus Ratsmitgliedern beider Gemeinden. Auf Vorbacher Gebiet angelangt, schien die Reststrecke besonders Roder Flügel zu verleihen. Die Bewältigung einiger Höhenmeter auf der Heimstrecke meisterte er im Stil eines Radprofis. Dem E-Bike sei Dank.

Es ist ein guter Tag für alle Nutzer.Bürgermeister Albert Nickl
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