Rosenkranzfest in Speinshart
Mit gutem Willen helfen

"Nicht eine drohende Überfremdung macht Sorgen, sondern die eigene Lauheit und abnehmende Glaubenssubstanz." Zitat: Weihbischof Dr. Josef Graf
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Speinshart
05.10.2016
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Nach dem festlichen Gottesdienst zog die Gemeinde in einer eucharistischen Prozession um das Klosterdorf. Bilder: do (3)

Glauben miteinander teilen, den Glauben verstärkt als Motor für eine gerechtere und solidarische Gesellschaft einbringen. Daran erinnerte beim Rosenkranzfest in Speinshart Weihbischof Dr. Josef Graf. Gleichzeitig richtete er den Blick auf die Flüchtlinge im Land und warb für das Gebot der christlichen Nächstenliebe.

"Jetzt ist die Zeit - heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt", urteilte am Sonntag der "Vize-Oberhirte" der Diözese Regensburg. In dieses Heute hinein sei das Unterwegssein mit der Rosenkranzkönigin ein Ausdruck innerer Überzeugung. "Maria als Trösterin und Patronin, das ist unsere Wegbegleitung und unsere Hoffnung in einer an Herausforderungen reichen Zeit", sagte der Bischof.

Mit Maria unterwegs sein war beim Rosenkranzfest auch das zentrale Thema. "Rosenkranzkönigin, Jungfrau voll Gnade, lehre uns wandeln stets himmlische Pfade", hieß es schon im Eingangslied des festlichen Gottesdienstes mit dem Weihbischof, mit Abt Hermann Josef Kugler, Prior Benedikt Schuster und den weiteren Chorherren der Prämonstratenser-Abtei. Für das Kloster hat das Fest eine lange Tradition. In seinen einführenden Worten belegte der Abt und Administrator von Speinshart die lange Geschichte der Marienverehrung auch mit den jüngst veröffentlichten Jahrbüchern aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Menschen beistehen


Ungebrochen ist der Zuspruch für das Hauptfest der Rosenkranz-Bruderschaft. In der Klosterkirche drängten sich die Gläubigen, als ein starker liturgischer Dienst mit dem Hauptzelebranten und den Chorherren der Speinsharter Abtei zum Pontifikalamt in das barocke Kleinod einzogen. Mit dabei eine Pilgergruppe aus Auerbach, die Abt Hermann Josef Kugler besonders begrüßte. Bereits die Vigil am Freitagabend (wir berichteten) mit erfrischend geistlichen Gesängen und meditativen Texten stieß auf reges Interesse und auch die Vorabendmesse am Samstag mit anschließender Lichterprozession wurde zu einem Plädoyer marianischer Tradition.

Dieses Bekenntnis zur Marienverehrung bekräftige Weihbischof Graf in seiner Predigt. Doch zunächst widmete sich der kirchliche Würdenträger der Flüchtlingsproblematik. Die Bewertung eines irakischen Bischofs "seinerzeit kamen die Muslime mit dem Schwert, um Europa zu erobern. Heute sind sie selbst Opfer von Kriegen und fanatischen Glaubensbrüdern" ergänzte Graf mit dem Liebesgebot, Menschen in Not beizustehen. "Jeder Mensch guten Willens sollte bereit sein, zu helfen", sagte der Prediger. In Erinnerung an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter unterstrich der Seelsorger den Appell von Papst Franziskus, gerade im Jahr der Barmherzigkeit den Flüchtlingen beizustehen. "Wir Deutschen dürfen stolz sein über die Hilfe im vergangenen Jahr." Doch die Herausforderung der Integration bleibe, meinte Graf.

Mutter Gottes als Begleiterin


Auf die Feier des Rosenkranzfestes eingehend beschwor der Weihbischof die Wertegesellschaft, über viele Fragen nachzudenken. "Hüten wir uns vor eigener Lauheit und abnehmender Glaubenssubstanz", sagte er. Wichtig sei deshalb, den Glauben zu leben. Als Beispiele nannte er eine Mission des Tuns und des liebevollen Umgangs untereinander. "Wenn wir Christen diese Eigenschaften vermitteln, wird die Vermittlung gelingen", sagte der Diözesanvertreter. "Die Mutter Gottes ist auf diesem Weg unsere beste Begleiterin." In den Fürbitten zum Rosenkranzfest kamen unter anderem der Dank für die Gaben dieser Erde und für das Geschenk des Friedens, Dankbarkeit für alle, die Kinder erziehen und sich für die Heilung von Menschen einsetzen und für jene Menschen zum Ausdruck, die dankbar auf die Ernte des Lebens schauen.

Feierliche Musik gab der Pontifikalmesse einen würdigen Rahmen. Der Projektchor der Pfarreien-Gemeinschaft Speinshart unter der Gesamtleitung von Iris Meier und Matthias Stiegler an der Orgel "jubilierte" mit Unterstützung eines Bläserensembles mit der Messe "Aufbrechen" für Chor, Orgel und Bläser. Dem Gottesdienst folgte eine eucharistische Prozession mit Beten und Singen um das Klosterdorf. Die Prozession endete mit dem sakralen Segen und "Großer Gott wir loben Dich". Mit einer Vesper am Nachmittag endete ein beeindruckender Festtag.

Nicht eine drohende Überfremdung macht Sorgen, sondern die eigene Lauheit und abnehmende Glaubenssubstanz.Weihbischof Dr. Josef Graf
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