Sanierung "frisst" Überschüsse auf
Gemeinderat Speinshart diskutiert über Abwassergebühren

(Foto: dpa)
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Speinshart
15.12.2015
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Im Abwasserbereich erwirtschaftet die Gemeinde Speinshart seit Jahren Überschüsse. Eigentlich wäre eine Senkung der Gebühren möglich. Aber so einfach ist das nicht.

Während landauf, landab die Wasser- und Abwassergebühren steigen, freuten sich die Kommunalpolitiker der Klosterdorfgemeinde in ihrer Sitzung am Donnerstag über eine bemerkenswert stabile Bilanz bei den Einnahmen und den Ausgaben im Abwasserbereich. Auf der Tagesordnung stand die periodische Gebührenkalkulation für die nächsten drei Jahre.

Mit den Gemeinderäten strahlten die Klärwärter: Roland Hörl und sein Vertreter Josef Gradl erhielten ein dickes Lob. "Ihre Kompetenz trägt zur Wirtschaftlichkeit der Abwasserentsorgung wesentlich bei", urteilte Bürgermeister Albert Nickl.

Zunächst beschäftigten sich die Räte mit den Berechnungen der Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft für den zu Ende gehenden Kalkulationszeitraum 2012 bis 2015. Die gute Nachricht: Bis zum Jahresende wird es ein Plus von fast 20 000 Euro geben. Üppig sind auch die Überschüsse aus weiteren Vorjahren: Insgesamt ergibt sich eine Überdeckung von voraussichtlich 72 000 Euro - eine gute Nachricht so kurz vor Weihnachten.

Die logische Konsequenz wäre eine Gebührensenkung: Die Kämmerei kommt auf eine Größenordnung von zirka 52 Cent je Kubikmeter Wasser. Allerdings steht im Hintergrund das Szenario größerer Investitionen: Zweiter Bürgermeister Roland Hörl verwies in seiner Funktion als "Abwasserpapst" der Gemeinde auf erhebliche Unwägbarkeiten. Denn er rechnet in den nächsten Jahren mit größeren Ausgaben für die 18 Jahre alte Kläranlage in Tremmersdorf.

Eine Sanierung des Belebungsbeckens stehe an, und so genau unter den Klärschlamm schauen, könne nicht einmal ein Froschmann, sagte der Klärwärter. Deshalb müsse mit weiteren Reparaturkosten - zum Beispiel wegen Materialverschleiß - gerechnet werden. Auch die Entsorgung des Klärschlammes in dem 500 Kubikmeter großen Becken koste.

Der Bürgermeister schätzt die Gesamtaufwendungen im Kalkulationszeitraum 2016 bis 2018 auf mindestens 60 000 Euro. Und schon sei das Rücklagenpolster wieder "aufgefressen", machte er deutlich. Nickl empfahl deshalb den Räten ein vorausschauendes Handeln: eine Beibehaltung der seit neun Jahren geltenden Einleitungsgebühr von 2,75 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser-Verbrauch. Eine Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung war somit nicht notwendig; ein Beschluss erübrigte sich.
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