Speinsharter Gemeidnerat beschließt offene Ganztagsschule und Sanierungspaket
Schule ist lieb und teuer

An der Tischtennis-Platte im Pausenhof der Grundschule Am Rauhen Kulm informierten sich Bürgermeister Albert Nickl (Vierter von links) und die Speinsharter Gemeinderäte über die vier Einzelmaßnahmen zur Generalsanierung der Bildungsstätte und zur Einrichtung einer offenen Ganztagsschule. Bild: do
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Speinshart
17.09.2016
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Bildung kostet Geld. Viel Geld. "Doch für die Zukunft der Kinder ist jeder Euro gut angelegt", sagt Bürgermeister Albert Nickl. Deshalb forciert die Gemeinde Speinshart auch ihre Anstrengungen zur Einrichtung einer offenen Ganztagsschule - für die finanzschwache Kommune ein neuer finanzieller Kraftakt.

"Wir setzen damit Maßstäbe", sagte Bürgermeister Albert Nickl am Donnerstag in der Sitzung des Gemeinderats zu den Planungen. "Die offene Ganztagsschule stärkt die Familien, verbessert die Chancengleichheit und ist bahnbrechend für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf", betonte er.

Denn: Die Kinder gehen morgens normal zur Schule, bekommen nach dem Unterricht ein Mittagessen und werden im Anschluss von Pädagogen betreut. Das normale Angebot bis 16 Uhr soll mit Ausnahme des Mittagessens kostenfrei sein. Den Segen der Eltern und der am Schulverband am Rauhen Kulm beteiligten Kommunen Neustadt am Kulm und Trabitz hat Nickl dafür längst eingeholt. Und auch das "Ja" der Regierung der Oberpfalz hat der Vorsitzende des Schulverbands schon erhalten.

Dass die Ausbaupläne auf der Outdoor-Tischtennis-Platte vor der Schule vorgestellt wurden, hat Symbolcharakter. Schnell möchten Bürgermeister, Gemeinderat und Architekt auch in Speinshart die offene Ganztagsschule einführen: Das Tempo ist hoch - wie beim Ping-Pong-Spiel. Schulaufsichtliche Genehmigung, Bauantrag, Förderantrag- und Bescheid, Ausschreibung und Sanierung: Es soll rasch gehen.

Maßnahmenpaket


Und es wird kosten. Auf 1,5 Millionen Euro schätzt Architekt Wolfgang Schultes das Großprojekt. Diese Summe sei jedoch nicht nur dem künftigen Raumbedarf der offenen Ganztagsschule geschuldet, betonte Bürgermeister Albert Nickl: "Wenn schon, dann glei wos Gscheids", ist die Devise der Speinsharter. Darunter verstehen Gemeindechef und -räte Verbesserungen beim Brandschutz, Barrierefreiheit im Schulgebäude und die energetische Sanierung der Bildungsstätte.

Die Kosten dieses Maßnahmenbündels erreichen allerdings die Grenze der Leistungsfähigkeit der Kommune. Woher 1,5 Millionen Euro nehmen? Der Bürgermeister beruhigt. Im Zuge einer Generalsanierung gebe es eine staatliche Förderung, wenn das Investitionsvolumen - ohne energetische Sanierungskosten - mindestens 25 Prozent eines Neubaues erreiche. Diese Voraussetzung erfülle Speinshart, erklärte Nickl und berief sich auf eine Schätzung des Architekten.

Wolfgang Schultes rechnet bei der energetischen Sanierung mit Kosten von 725 000 Euro, die Investitionen für die offene Ganztagsschule schätzt er auf zirka 450 000 Euro. Etwa die gleichen Investitionssumme führt der Planer für Barrierefreiheit und weitere Sanierungsarbeiten ins Feld. Von der Notwendigkeit der Einzelmaßnahmen überzeugten sich die Gemeinderäte bei einem anschließenden Rundgang durch das Schulgebäude.

Erleichtert vernahm das Gremium bei der Fortsetzung der Sitzung im Gemeindezentrum dann die Information über die staatlichen Fördermöglichkeiten. Bei der energetischen Sanierung rechnet Albert Nickl mit einer Zuwendung von 90 Prozent. Optimistisch zeigte er sich auch hinsichtlich der Zuschussmodalitäten bei den weiteren Teilprojekten.

Für die offene Ganztagsschule sprach der Bürgermeister von einem Sonderfaktor von 50 Prozent entsprechend der individuellen Finanzkraft der Kommune zusätzlich zum Regelfördersatz. Bei der 50-Prozent-Förderung der Generalsanierung rechnet er ebenfalls mit Mittelaufstockungen und einer noch unbekannten "Plus-X"-Zuweisung. Insgesamt schätzt er den Eigenanteil der Klostergemeinde auf 350 000 bis 400 000 Euro.

Einstimmiger Beschluss


Vor der Entscheidung appellierte Bürgermeister Albert Nickl noch einmal an die Gemeinderäte, die Einrichtung einer offenen Ganztagsschule und die Investitionen als große Chance zu sehen. Ziel müsse es sein, die Grundschule zu stärken und auf Dauer zu erhalten.

"Die Prognosen über die Geburten- und Schülerzahlen machen Mut", sagte er. Nickl zeigte sich zuversichtlich, in der Grundschule am Rauhen Kulm auf Dauer vier starke Klassen zu gewährleisten. Mit einem einstimmigen Beschluss brachte der Gemeinderat das Projekt schließlich auf den Weg durch die Planungs- und Förderinstanzen.

Die Prognosen über die Geburten- und Schülerzahlen machen Mut.Bürgermeister Albert Nickl
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