Vertreterin der Unteren Jagdbehörde fordert Jäger und Waldbauern zur Zusammenarbeit auf
An einem Strang ziehen

Verbissbelastung, Schalldämpfer, Nachtsichtgeräte, "Saufang": Das waren die Themen von Hildegard Burger von der Unteren Jagdbehörde in ihrem Referat bei der Hegeschau. Bild: rn
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Speinshart
29.04.2016
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"Reden wir harmonisch über den Abschussplan." Mit diesem Auftrag wandte sich Hildegard Burger bei der Hegeschau an die Jäger der Kreisgruppe Eschenbach im Landesjagdverband. Die Vertreterin der Unteren Jagdbehörde hielt die aktuelle Verbissbelastung für tragbar. Jäger und Waldbauern sollten an einem Strang ziehen, forderte sie.

Zur Vermeidung von Überraschungen rief Burger zur Teilnahme an Revierbegehungen auf. Auch kam sie dem Informationsbedarf der Jäger nach und informierte über den aktuellen Stand der Schalldämpfer-Regelung. Obwohl noch die klassische Form im Jagdgesetz festgeschrieben sei, bestehe seit August 2015 die Möglichkeit, Schalldämpfer als Gehörschutz zu verwenden. Erforderlich sei jedoch ein begründeter Antrag, für den Mustervordrucke verwendet werden können.

Thema Nachtsichtgeräte


Viele Jäger haben nach einer Äußerung des Landwirtschaftsministers im Januar vergangenen Jahres die Zulassung von Nachtsichtgeräten zur Schwarzwildjagd erwartet. Die Referentin bedauerte, dass die Musterregelung für einige Reviere im Bayerischen Wald zurückgenommen werden musste, als das Bundeskriminalamt die Verwendung von Nachsichtgeräten für Jäger generell ablehnte. In der späteren Aussprache beklagte einer der anwesenden Jagdvorsteher die Haltung des Vorsitzenden des Landesjagdverbandes, der sich gegen Nachtsichtgeräte ausspricht. Dies sei nicht sachdienlich: "Der Mann weiß nicht, was draußen los ist."

Zum "Saufang" berichtete die Vertreterin des Landratsamts, dass im Landkreis bisher eine stationäre Einrichtung in einem abgelegenen Waldstück genehmigt worden sei. Es gelte nun, Erfahrungen zu sammeln. Noch in der Schwebe sei die Genehmigung von halbautomatischen Waffen; Burger hielt jedoch ein Verbot für möglich. Ausdrücklich lobte sie das Rahmenprogramm der Hegeschau (wir berichteten), bei dem die "Natur als Ganzes" vorgestellt werde.

Auch Mario Gittler, der Vorsitzende der Kreisgruppe des Landesjagdverbands, bezeichnete das Programm als "rundum toll gelungen" und berichtete von begeisterten Schülern. Erfreut zeigte er sich über den guten Besuch beim "Anschießen" und versicherte: "Der 'Laufende Keiler' soll bleiben." Darüber hinaus kündigte er einen Welpenkurs an.

Die Nachsucher - sie gingen mit ihren Hunden im vergangenen Jahr 215 Mal den Spuren von verwundetem Wild nach - genießen bei den Jägern große Wertschätzung. Gittler berichtete von einer Spende von zwei Jacken, die für die Gruppe bestimmt sind, und sah darin ein "Zeichen der Anerkennung".

Bläser feiern Ende Juni


Über die Jubiläumsfeier "50 Jahre Parforcehorn-Bläser" am 26. Juni informierte deren Leiter Dr. Andreas Karl. Jagd bedeutet für ihn Kultur- und Naturpflege.

Angetan von den Stücken des Bläsercorps zeigte sich Bürgermeister Albert Nickl in seinem Grußwort. Er bescheinigte den Jägern Tradition, Pflichtbewusstsein und Disziplin und sah in ihnen einen wichtigen Teil der Gesellschaft. Sorge bereitet auch ihm die zunehmende Schwarzwild-Plage, die nur gemeinsam zu bewältigen sei. Seinem Appell "Bleiben Sie dran" ließ er den Wunsch nach "Freude und Begeisterung bei der Ausübung der Jagd" folgen.
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