Vom "alten Genäuder" zum "Haus der Dorfkultur": Gemeinde will Anwesen neben der Wieskapelle ...
Ein Projekt, viele Fördertöpfe

Die Großinvestitionen nehmen in Speinshart kein Ende. Kaum ist der Ausbau der Grundschule beschlossene Sache, wagen sich Bürgermeister und Gemeinderat an "altes Gemäuer" im Klosterhof. Das Anwesen Nr. 23 in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wieskapelle soll zu einem "Haus der Dorfkultur" ausgebaut werden. Hohe Zuschüsse erleichterten Bürgermeister und Räten die Entscheidung zur gründlichen Sanierung. Bild: do
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Speinshart
05.11.2016
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Der Bürgermeister nennt es "Haus der Dorfkultur". Gemeint ist das Anwesen Klosterhof 23: Es soll aus seinem Dornröschenschlaf geholt werden. Direkt neben der Wieskapelle gelegen, ist es der Gemeinde Speinshart lieb und teuer. Teuer deshalb, weil die Sanierung nur mit einem Millionen-Aufwand möglich ist.

In weiser Voraussicht im Jahr 2001 von der Teilnehmergemeinschaft (TG) der Dorferneuerung von der Erbengemeinschaft Götz erworben, "rostet" das Gebäude seit 15 Jahren vor sich hin. Das soll sich ändern. Nach intensiven Planungen, einer realistischen Kostenschätzung und einer bemerkenswerten Finanzierungs- und Fördervielfalt möchten Bürgermeister Albert Nickl und der Gemeinderat Nägel mit Köpfen machen.

Als "Haus der Dorfkultur" soll das Anwesen einmal gemeinsam mit der Wieskapelle dienen. Auch eine Nutzung durch die Internationale Begegnungsstätte sei überlegenswert, hieß es in der Sitzung des Gemeinderats. Und der Bürgermeister verwies auf weitere Verwendungsmöglichkeiten für kulturelle Veranstaltungen der Vereine.

Geplant sind der Einbau eines Appartements und eines Vereinszimmers im Obergeschoss sowie die Einrichtung eines "Wieszimmers" im Erdgeschoss mit Verbindung zur Wieskapelle. Gemeinsam mit dem barocken Kleinod des kleinen Gotteshauses werde das Projekt den Vorplatz zwischen der Klosterkirche und der Kapelle weiter aufwerten, argumentierte Nickl. Im Umbaukonzept enthalten sei zudem eine teilweise Scheunensanierung im rückwärtigen Teil in Richtung Friedhof.

Im Gemeinde-Eigentum


Gewaltig ist der Finanzbedarf dafür. Albert Nickl sprach von einer Kostenschätzung von 1,067 Millionen Euro. Um insbesondere den Entschädigungsfonds des Kultusministeriums anzuzapfen, sei das Gebäude vor einiger Zeit in das Eigentum der Gemeinde übergegangen, verriet der Bürgermeister. Zum Finanzierungskonzept gehören zudem erhebliche Fördermittel aus dem Dorferneuerungsprogramm. Deshalb bleibt die Teilnehmergemeinschaft mit dem Projekt eng verbunden.

Nickl verwies auf die wiederholte Beratung des Vorhabens im Gemeinderat, nannte eine "Top-Finanzierung" von knapp 80 Prozent und empfahl einen umgehenden Startschuss. Trotz der hohen Förderung verbleibe für die Kommune ein Restbetrag von circa 178 000 Euro zu tragen, gab er zu. Dennoch bezeichnete er die Generalsanierung als einmalige Chance: "Packen wir es an, den Klosterhof um ein weiteres Kleinod zu bereichern", appellierte er.

Die Vereinbarung zwischen der Gemeinde und der Teilnehmergemeinschaft regelt die grundsätzlichen Bedingungen zum Erhalt von Dorferneuerungsmitteln. Über die TG erwartet die Gemeinde nach einer ministeriellen Intervention 300 000 Euro aus dem staatlichen Finanzierungstopf. Weitere Zuschüsse sollen aus dem Entschädigungsfonds (410 000 Euro), von der Landesstiftung (90 000 Euro) und vom Bezirk Oberpfalz (40 000 Euro) fließen.

Eigenleistung förderfähig


Zudem kalkuliert die Kommune mit Eigenleistungen der Dorfgemeinschaft in Höhe von zirka 49 000 Euro. Und: Freiwillige unentgeltliche Arbeiten sowie Leistungen von Vereinsmitgliedern und Einwohnern sind ebenfalls förderfähig. All dies verringert den Eigenanteil der Gemeinde auf die genannten 178 000 Euro. Da fiel es den Räten nicht schwer, die Zustimmung zu einem weiteren Schritt zur Revitalisierung des Klosterhofes zu geben. Auch statteten sie den Bürgermeister mit den Entscheidungsbefugnissen zur Vorbereitung der Sanierung aus.
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