Vortrag vor Eltern der Grundschule „Am Rauhen Kulm“
Auch das Lernen will gelernt sein

Gehirn, Gedächtnis, Lernen: Die Hintergründe des richtigen Lernens zeigte Meike Gottschalk vom Verein LVB Lernen bei einem Elternabend der Grundschule "Am Rauhen Kulm" auf. Die Referentin forderte die Mütter und Väter dabei auch zu einem Selbsttest auf. Bild: ow
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Speinshart
26.11.2016
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(ow) Auch das Lernen will gelernt sein: Diese Erkenntnis nahmen über 100 Eltern mit nach Hause, die dem Vortrag von Meike Gottschalk vom Verein LVB Lernen zugehört hatten. Sie war auf Einladung der Grundschule "Am Rauhen Kulm" ins Gemeindezentrum gekommen.

"Falten Sie ihre Hände zu einer Faust und legen Sie diese aneinander. So sieht Ihr Gehirn aus. Kreativität und Gefühle finden sich in der rechten Hälfte, Logik und Vernunft in der linken. Größer ist ihr Denkapparat nicht", erklärte die Referentin einleitend. Nur etwa sieben Vokabeln oder Zahlen in einer Folge könne sich der Mensch im Ultrakurzzeitgedächtnis merken, bereits nach 20 Sekunden beginne schon wieder das Vergessen. "Durch Wiederholen schaffen wir es, dass die Information ins Kurzzeitgedächtnis weitergeleitet wird. Hier wird selektiert und Wichtiges wird ins Archiv, das Langzeitgedächtnis, transportiert."

Die Langzeitspeicherung brauche 20 Minuten, weshalb die Expertin dazu riet, diesen Prozess nicht durch Computerspiele, Fernsehen und andere mediale Aktionen zu stören. "Das Gehirn ist durch Lernen im Wachstum, ebenso kann die Kapazität auch abnehmen, wenn es nicht genutzt wird", verriet sie. Wiederholen sei für das Verankern sehr wichtig, ansonsten gehe das Erlernte nach einem halben Jahr verloren.

Anschließend verteilte Gottschalk Zettel, auf die 20 Wörter geschrieben waren, und bat die Zuhörer, sich diese zu merken. Erfolgreicher waren dabei die Eltern auf der rechten Seite des Saals. Die Referentin bekannte dann, dass diese Gruppe zwar dieselben Wörter zu lernen hatte, doch waren diese durch Oberbegriffe schon vorsortiert. Sie schlug denn auch vor, beim Lernen Oberkategorien zu schaffen und den Stoff in Lernpakete zu packen. Diese könnten vom Gehirn besser abgespeichert werden.

Entsprechend des Lerntyps müssten für ein effizientes Lernen verschiedene Strategien angewendet werden. So sei zwischen dem logisch-abstrakten, dem sicherheitsliebenden, dem kreativ-chaotischen und dem emotionalen Lerntypen zu unterscheiden, allerdings gebe es zwischen den Kategorien auch Übergänge. Der logisch-abstrakte und der sicherheitsliebende Mensch folge den Prinzipien seiner linken Gehirnhälfte, der Logik, erläuterte die Expertin. Der kreativ-chaotische und der emotionale Typ werde dagegen von der rechten Gehirnhälfte beeinflusst, dem Arbeiten mit kommunikativen und emotionalen Bildern.

Zur Verbesserung des Lernens riet Gottschalk, mit farblichen Markierungen den Stoff zu ordnen, Bilder zu kreieren, Karteikästen zu benutzen, Eselsbrücken zu schaffen und sich an geläufige Merksprüche und -reime zu erinnern. Einen Spickzettel zu schreiben sei eine gute Art der Wiederholung des Stoffes, da das Erlernte darauf optimal zusammengefasst werde. Natürlich sollte der Spickzettel nicht im Unterricht verwendet werden, erklärte die Referentin zum Abschluss schmunzelnd.
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