Zwischen Chancen und Risiko
Zwischen Chancen und Risiko

Vermischtes
Speinshart
16.03.2016
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(rn) "TTIP darf nur kommen, wenn das Interesse der Milchwirtschaft angemessen berücksichtigt wird." Bayernland-Geschäftsführer Gerhard M. Meier informierte beim Bauernverband und der Jungbauernschaft rund 100 Besucher über Chancen und Risiken des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA. Er warnte vor Risiken, wies aber auch daraufhin, dass es die Probleme der Landwirte lösen könnte.

Meier erklärte auch, was für die Milchwirtschaft angemessen ist: Die US-Importlizenzen müssen wegfallen, EU-Biomilch muss gleichwertig anerkannt werden, Hygienestandards, exakte Informationen zu Produzent und Herkunft, dazu Markenund Herstellerschutz und Marktzugang für Rohmilchkäse. Nicht abfinden wolle sich die europäische Landwirtschaft auch mit anonymen Schiedsgerichten und der Aufweichung von EU-Standards bei Gentechnik, Umwelt-, Tier-, Verbraucher-, Daten- und Marken- und Arbeitnehmerschutz.

Versteckte Fallstricke


Damit zeigte Meier durchaus Sympathie für die Gegner des Abkommens. Nicht verstehen könne er jene, die bei TTIP gar keine Gefährdung der europäischen Landwirtschaft sehen. Der Experte befürchtet vor allem in den Verträgen versteckte Fallstricke, die sich im fertigen Vertragswerk kaum mehr aufspüren lassen. "Welcher Parlamentarier schafft es schon, den ganzen Vertragsstapel durchzulesen?"

Um die Landwirte zu informieren, worüber genau verhandelt wird, ging Meier als Exportunion-Vorsitzender auf die Erzeugung und den Absatz von Milch ein. Er stellte die seit zwei Jahren rekordverdächtig wachsende Produktion der stagnierenden Nachfrage gegenüber: "Die Zeichen stehen auf Sturm."

Kritik galt dem Handel, der immer niedrigere Preise aushandle, die aber nicht an den Kunden weitergibt. Die rote Karte würde Meier gerne dem Kartellamt zeigen, das zuließ, dass sich der Lebensmittelhandel auf fünf Unternehmen konzentriert. Aldi, Edeka, Metro, Rewe und Lidl waren 1980 für 26 Prozent des Handels verantwortlich, 2013 lag der Wert bei 72,8 Prozent. "Die Zeche zahlen die Landwirte."

US-Markt interessant


Der Milchpreis am Weltmarkt liege noch unter dem in der EU. Ein Ausweg könnte das Handelsabkommen bieten: " In der USA liegen die Preise deutlich höher." Davon könnte besonders die EU profitieren, die mit 159 Millionen Kilo Jahresproduktion der größte Produzent ist. Dahinter folgen die USA mit 93, Pakistan mit 40 und Russland mit 31 Millionen Kilo. "Das Russlandembargo schadet uns mehr als den Russen." Ein "interessantes Absatzland" sei derzeit nur die USA.
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