Unternehmer-Kongress im Kloster Speinshart
Ethik der Anständigkeit

"Das Leben schreibt Geschichten - und dann bilden sich die Werte", sagt Norbert Samhammer (rechts) beim Unternehmer-Kongress, den Leonhard Zintl (links) moderiert. Die Veranstaltung stand im starken Gegensatz zur oft harten unternehmerischen Realität. Bild: cf
Wirtschaft
Speinshart
13.03.2016
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Eine Lebenserfahrung: "Es kommt das zurück, was man gibt." Unternehmer und Selbstständige denken in der Begegnungsstätte Kloster Speinshart über "Zukunftsfähige Führung mit christlichen Werten" nach: mit zum Teil überraschenden Einsichten.

Bei diesem zweiten Kongress, hinter dem unter anderem Mittelstands-Union, Wirtschaftsbeirat und OTH stehen, rückt das "Vertrauen" in den besonderen Fokus. "Vertrauen ist eines der wichtigsten Fundamente", sagt Moderator Leonhard Zintl. Pragmatisch - aus dem Leben heraus - stellt sich Norbert Samhammer, Vorstandsvorsitzender der Samhammer AG, dem Thema. In seinem Unternehmen duzen sich die Mitarbeiter (500 Beschäftigte, davon 320 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze). Der sportliche Selfmademan setzt auf die "Balance" seiner zentralen "Eckpunkte" Gesundheit, Familie und Beruf. "Ich tue alles in Liebe und Anerkennung." Samhammer installierte in seiner Firma eine "Herzlichkeits-Beauftragte" (ausgestattet mit einem Jahresetat von 6000 Euro), für die Mitarbeiter gibt es kostenfrei Bio-Obst und Erfrischung aus dem Wasser-Spender.

"Charme" im Scheitern


Ein Anliegen ist Norbert Samhammer das familiäre Umfeld seiner Belegschaft: So veranstaltet er einen "Familien-Sonntag im Kino" oder "Sommer-Camps" für die Kinder. Der Familie sei "Zeit, Aufmerksamkeit und Präsenz" zu schenken. "Jede Führungskraft ist ein Vorbild." Wichtig sei, loslassen und vertrauen zu können. Seine Erfahrung: "Das Leben schreibt Geschichten - und dann bilden sich die Werte."

Samhammers Schwerpunkt von "Gesundheit, Familie und Beruf" ergänzt Professor Thorn Kring um die gesellschaftliche Verantwortung: "Mich zu investieren in andere Menschen". Der Leiter des Instituts für Ethik, Führung und Personalmanagement (Münster) plädiert dafür, Verantwortlichkeit weiterzugeben und selbst im Scheitern durchaus "Charme" zu erkennen. Neben den Basics im Umgang mit den Mitarbeitern wie Kooperationsfähigkeit, Wertschätzung, Lob und Feedback-Strukturen fordert Kring den Mut zur Selbstreflexion: "Man lernt daraus, Fehler einzugestehen und an ihnen zu arbeiten."

Josef Schmidt, Gründer des SchmidtColleg (Bayreuth), ruft dazu auf, bei Veränderungen immer bei sich selber anzufangen. "Anständig zu sein, ist nicht kompliziert. Da beginnt die Ethik."
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