Fatschenkindl in der Wallfahrtskirche in Stadlern
Kostbare „Trösterlein“

Ein "Fatschenkind" ist auch in der Stadlerner Wallfahrtskirche zu bewundern. Bild: gl
Kultur
Stadlern
30.12.2015
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Ein Fatschenkindl war in den zurückliegenden Jahrhunderten in der Weihnachtskrippe in den Kirchen zu finden und Mittelpunkt von Feierlichkeiten und Verehrung der Geburt Jesu. In der Wallfahrtskirche Stadlern hat sich diese Darstellung der Geburt Christi unter dem Gnadenbild "Unserer lieben Frau aus Erden gebrannt" erhalten.

Im Lukas-Evangelium wird ein in Windeln gewickelten Jesuskind erwähnt. Das Fatschenkind, als mit einen Binde (fascia) umwickeltes Kleinkind, gibt zudem eine bereits im dritten Jahrhundert übliche Kindertragemethode wieder, die sich bis in das 19. Jahrhundert und darüber hinaus erhalten hat. Das Wachstum der Gliedmaßen sollte durch das Umwickeln, besonders der Arme und Beine, gefördert werden. Diese Methode, die eine Bewegung kaum möglich machte, ist im Volksmund als Wickel- und Büschelkind erhalten geblieben - "gottlob aber nicht in der Realität!"

In der Geschichte ist auch der Brauch erhalten, den Novizinnen in den Frauenklöstern puppenartige und kostbar gekleidete Jesuskindlein zur Pflege der Frömmigkeit in der Klosterzelle zu schenken. So entstand der Beiname "Trösterlein". Im Mittelalter kam der Brauch des Kindelwiegens in den Kirchen hinzu, wobei das Fatschenkind in einer Krippe liegend von Arm zu Arm gereicht wurde, Kinder dazu tanzten und Weihnachtslieder sangen. Als Relikt daraus können die heutigen Krippenspiele betrachtet werden.

In Krippen liegende Fatschenkinder aus vielen Jahrhunderten sind heute in zahlreichen Museen oder in den Weihnachtskrippen der Kirchen zu sehen - so wie in der Zeit um Weihnachten auch in der Stadlerner Wallfahrtskirche.
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