Vorbild für christliches Leben

Die Zelebranten am Altar (von rechts) Pfarrer Martin Särve, BGR Michael Reitinger, Prälat Dr. Josef Ammer, Dr. Michal Machal, Pater Joseph Palliyl und Josef Kirumira aus Uganda feierten einen beeindruckenden Festgottesdienst. Bilder: gl (4)
Kultur
Stadlern
17.08.2015
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Zum "Großen Frauentag" am Fest "Mariä Himmelfahrt" kommen alljährlich Hunderte von Gläubigen, darunter auch Fußwallfahrer, zum Festgottesdienst auf den Kalvarienberg. Heuer passte einfach alles optimal.

Nach der Hitzeperiode sorgte in den Nachtstunden ein Gewitterregen für erträgliche Temperaturen und tagsüber gab es wieder viel Sonnenschein. Der Pilgergottesdienst war diesmal mit Priestern und Zelebranten aus Polen, Indien und Uganda multinational besetzt. Zum Frauentag gehörten auch heuer über hundert Marktstände mit einem überdimensionalen Angebot.

Bevor die Fußwallfahrer, die Gruppen kamen aus Schönsee, Tiefenbach, Weiding sowie Winklarn, von den Glocken der Wallfahrtskirche begrüßt wurden, rollte eine Blechlawine an. Die Pilger hatten bei Gottesdiensten in der Wallfahrtskirche unter dem Gnadenbild "Unserer lieben Frau aus Erden gebrannt" auch Gelegenheit zur Beichte. Dazu konnten sie von den Stadlerner Frauen ein segenbringendes Kräuterbüschel erwerben, um es dann beim Festgottesdienst weihen zu lassen.

Zum Festgottesdienst holten die Fahnenabordnungen der Ortsvereine und die Ehrengäste die Geistlichkeit von der Wallfahrtskirche ab, um sie mit getragenen Melodien der Blaskapelle Stadlern zum Altar unter dem Baldachin am Kalvarienberg zu geleiten. Dort war es der lange Zeit in Stadlern wirkende Ruhestandspfarrer BGR Michael Reitinger aus Stein, der zunächst die Pilger, von denen sicher viele mit Sorgen beladen unter den schattigen Bäumen Platz gefunden hatten, willkommen hieß und sich für die Vorbereitungen bedankte.

International besetzt

Ein besonderer Gruß galt dem Festprediger und Hauptzelebranten Prälat Dr. Josef Ammer sowie dem Weidinger Priestersohn Martin Särve und den Aushilfspriestern in Schönsee und Weiding, Pater Joseph Palliyl aus Indien, Dr. Michal Machal aus Breslau (Polen) sowie Josef Kirumira aus Uganda. "Eine internationale Besetzung" fügte er sinnig hinzu.

Er freute sich auch über die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste: Landrat Thomas Ebeling, MdL Alexander Flierl, Ehrenbürger Michael Koller, Bürgermeister Gerald Reiter, Stadlern, Oberbürgermeister Andreas Feller von der Patenstadt Schwandorf, Bürgermeister Manfred Dirscherl, Weiding, 2. Bürgermeister Josef Irlbacher, Schönsee, Bürgermeister Heinz Weigl, Oberviechtach, Bezirksrat a. D. Alois Seegerer, Altbürgermeister Günther Holler, Kreisräte und Vertreter der Heimatvereine und Organisationen. Der Gottesdienst wurde von überwiegend Marienliedern, begleitet von der Blaskapelle Stadlern unter Franz Riedl umrahmt.

In seiner Festpredigt, die früher von einer Felsenkanzel gehalten wurde und auch als Bergpredigt bezeichnet wird, hinterfragte Prälat Dr. Josef Ammer, warum viele Kirchen, darunter auch Stadlern der Gottesmutter geweiht sind. Diese habe Vorbildcharakter für das christliche Leben und verbreite Hoffnung und Zuversicht. Mit ihrem Privileg ohne Erbsünde habe sie im Leben Jesu eine bedeutende Rolle gespielt und dessen Sorgen geteilt. Auch uns habe Gott einen Engel an die Seite gestellt, der uns ständig begleitet. Dazu könne sich jeder mit seinen Sorgen an Maria wenden, ohne Knecht oder Magd zu sein.

Die Menschen könnten, auch in unserer Zeit der "persönlichen Selbstverwirklichung" Gott als Größe anerkennen und ihm ohne Angst die Sorgen und das Ende ihres Lebens anvertrauen, so der Prediger. Wir bräuchten dazu auch den Trost der Gottesmutter, was auch das "jetzt und in der Stunde unseres Todes" im "Ave Maria" zum Ausdruck bringe und mit dem Schlusslied "Segne du Maria" unterstrichen wurde. Der religiöse Teil des Hochfestes wurde mit einer Dankandacht unter dem Gnadenbild in Wallfahrtskirche abgeschlossen.

Großer Jahrmarkt

Der weltliche Teil spielte sich in der für den Verkehr gesperrten Hauptstraße beim wohl größten Jahrmarkt der Region ab. Dort konnten sich die Pilger nicht nur mit einem Mitbringsel versehen. Was die Verpflegung anbelangt, waren der Originalität keine Grenzen gesetzt. Von Backwaren über Spezialitäten vom Grill bis hin zu geräucherten Forellen und Spanferkelbraten war alles geboten, wozu nach alten Brauch auch die Rosswürste gehören. (Seite 23)
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