30 Jahre lang Männer am Herd trainiert: Letzter Kurs mit Christl Waengler
Nostalgie am Kochtopf

Die Teilnehmer des Männerkochkurses stellten sich zum letzten Erinnerungsfoto mit ihrer Kursleiterin Christl Waengler, die offiziell verabschiedet wurde. Im Vordergrund der Erinnerungsstein, der am Haus der Familie Waengler in Gaisthal aufgestellt wird. Bild: mkj
Lokales
Stadlern
06.11.2015
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Christl Waengler gibt den Kochlöffel ab: Zum letzten Mal hat sie Männern ihre Künste am Herd vermittelt.

Organisator Josef Markgraf bedankte sich am letzten Kurstag beim "Löwen"-Fanclub, der für die Kurse sein Vereinsheim zur Verfügung gestellt hatte. Eduard Seegerer aus Pertolzhofen hatte Wein beigesteuert. Dann stand Waengler im Fokus. 30 Jahre lang hatte sie mit großem Eifer die Männern neue und anspruchsvolle Gerichte gelehrt. Als Überraschung hatte der Kochkurs ein besonderes Geschenk parat. Peter Lampl, der von Anfang an dabei war, schuf einen Erinnerungsstein, der Christl Waengler dauerhaft an diese ereignisreichen Jahre erinnern soll. Vier Teilnehmer trugen die Kiste mit einem 130 Kilo schweren Stein in die Vereinsküche. Die Kursleiterin war sehr gerührt. Der Stein soll vor ihrem Haus in Gaisthal aufgestellt werden.

Markgraf blendete zurück auf die Anfangsjahre, als das Programm des Volksbildungswerkes in den 80er Jahren etwa 15 Veranstaltungen umfasste. Ab 1984 gehörten dazu auch Kochkurse, doch bald kristallisierte sich ein Männerkochkurs heraus. Die Schulküche in Schönsee, später das Gasthaus Wilfert in Stadlern und das Skizentrum Reichenstein waren Anlaufstellen für die gelehrigen Teilnehmer, bevor im Vereinsheim gekocht wurde. Der "Löwen"-Fanclub stellte immerhin nicht wenige Teilnehmer. Einen Aufschwung gab es 2006, als Günther Irlbacher von der Firma "Blickpunkt Glas", selbst langjähriges Mitglied der eingeschworenen Kochtruppe, einen neuen Ofen für die Vereinsküche stiftete. Fortan sollten anspruchsvolle Menüs aus vielen Teilen Europas auf dem Programm stehen. Beim letzten Kochkurs ließen es die Männer langsam angehen. Als Vorspeise gab es eine Bohnen-Kartoffelsuppe. Das Hauptgericht war ein in Weißwein gedünstetes und dann mit Käse und Gemüse überbackenes Kassler. Denn nicht die hohe Kunst des Kochens, sondern die Nostalgie stand an diesem Abschied im Mittelpunkt.
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