Auf den Spuren der Sautreiber

Es war nicht gerade bestes Ausflugswetter, die Teilnehmer an der Wanderung im Schönseer Land genossen die Tour trotzdem. Bild: hfz
Lokales
Stadlern
16.05.2015
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Auch daheim ist es schön. Das bestätigte sich für eine Gruppe, die sich im Schönseer Land auf sagenhafte Spurensuche begab.

Die Wanderung war Teil des Projektes "SAD - Scheäih is A Dahoam" vom Netzwerk Jugendarbeit Schwandorf, an dem sich ein Großteil der Jugendsozialarbeiter an Schulen und der Jugendleiter beteiligte. Auch 17 jugendliche Flüchtlinge, die vom Kolping-Bildungswerk Schwandorf beschult und betreut werden, schlossen sich dem erlebnispädagogischen Ausflug ins Schönseer Land an.

Die von Markus Kurz, Gebietsbetreuer des Oberpfälzer Seenlandes, perfekt geführte Wanderung richtete sich einer Pressemitteilung zufolge an Multiplikatoren in der Jugendarbeit, um neue Impulse für deren Gruppenarbeit bzw. Gestaltung von Ferienprogrammen im Bereich Naturerfahrung zu geben. Die Wanderung eignet sich zudem hervorragend, um den Landkreis von seinen schönsten Seiten kennenzulernen. Die Jugendsozialarbeiter an Schulen erhielten die Möglichkeit, Kooperationspartner für ihre Arbeit anzusprechen und sich mit den Vertretern des Kreisjugendamtes auszutauschen .

Erste Station war das verlassene Dorf Bügellohe an der Grenze zu Tschechien. Vertriebene Sudetendeutsche ließen sich nach dem Krieg dort nieder und errichten ihre Häuser. Die Lebensbedingungen im Wald waren sehr hart. Kein Strom, keine Wasserleitung, keine Straße erreichte das Dorf. Kurz erklärte den Teilnehmern anschaulich, wie das tägliche Leben in dieser Umgebung gestaltet wurde. Den heutigen Flüchtlingen wurde bewusst, dass sich die Geschichte wiederholt und auch Deutsche im vergangenen Jahrhundert zahlreich auf der Flucht vor Krieg und Vertreibung waren. Im Jahr 1975 verließ der letzte Bewohner Bügellohe und der Verfall begann. Die Ruinen der Häuser und die Geschichten und Sagen aus dem Schönseer Land stießen bei den Teilnehmern auf großes Interesse. Weiteres Ziel war der über 30 Meter hohe Böhmerwaldaussichtsturm. Das schlechte Wetter ließ jedoch keinen Rundblick zu. An der Burgruine Reichenstein suchten vor allem die Sonntagskinder unter den Teilnehmern den Kontakt zum Reichensteiner Brotweiblein. Der Sage nach lohnt sich ein Zusammentreffen mit der Tochter des einstigen Turmwartes der Burg. Wer die richtige Antwort parat hat, ist schon um ein Goldstück reicher.

Zum Abschluss der Wanderung wurde der Hochfels bei Stadlern, eines der hundert schönsten Geotope in Bayern, besichtigt. Durchnässt vom Dauerregen wärmte sich die Gruppe in der Kirche in Stadlern auf. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse hatten die Teilnehmer aber viel Spaß an diesem lehrreichen Ausflug.
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