Burgruine soll saniert werden

Bürgermeister Gerald Reiter, Diplomingenieur Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege und Diplomingenieur Anton Landgraf vom Ingenieurbüro "ALS" aus Amberg (von links) gaben bei der Bürgerversammlung Informationen zur Sanierung der Burgruine Reichenstein in Stadlern. Bild: gl
Lokales
Stadlern
30.04.2015
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"Was lange währt, wird endlich gut" und "Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden". Dieser beiden Redensarten können sich die Freunde zur Erhaltung der Burgruine Reichenstein, dem Wahrzeichen des Grenzortes, bedienen.

Das wurde bei einer Bürgerversammlung im Aufenthaltsraum des Feuerwehrhauses deutlich. Die Teilnehmer wurden über historische Gegebenheiten sowie den möglichen Ablauf informiert, in dem sie sich auch durch Eigenleistungen einbringen können.

Bürgermeister Gerald Reiter konnte dabei neben Diplomingenieur Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege und Diplomingenieur Anton Landgraf vom Ingenieurbüro "ALS" aus Amberg als Fachreferenten auch Kreisheimatpfleger Ludwig Berger, Altbürgermeister Günther Holler, Mitglieder des Gemeinderates und Geschäftsleiter Matthias Jeitner von der Verwaltung unter den zahlreichen Besuchern willkommen heißen.

Zweimal schon saniert

Diplomingenieur Anton Landgraf ging zunächst auf den verbliebenen Turmstumpf der Burgruine ein, der bereits in den Jahren 1925/26 und 1965 eine Sanierung erfuhr. Der dabei verwendete Zementmörtel war bei dem unterschiedlichen Verhalten zu den Natursteinen und dem Kalkmörtel nicht ideal, was nun eine nachhaltige Sanierung erforderlich macht. Die dabei entstehenden erheblichen Kosten machen manuelle Eigenleistungen erforderlich. Als Antragsteller könnte der bestehende Förderverein fungieren, wobei das grundsätzliche Einverständnis mit dem Grundbesitzer, der Gräflichen Familie Du Moulin als positiv zu bewerten ist. Als erster Schritt sei neben einer Zufahrt die Errichtung einer Arbeitsbühne erforderlich. Nach einer vorbereitenden Planung in diesem Jahr könnte 2016 mit den Arbeiten begonnen werden.

Gebietsreferent Diplomingenieur Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege verwies auf zurückliegende Bemühungen um eine Sanierung, besonders durch den Oberpfälzer Waldverein und die Gemeinde Stadlern. Der Verfall sei schon fortgeschritten, doch die Bevölkerung sei motiviert. Zunächst müsse der bauliche Zustand durch statische Untersuchungen ermittelt werden. Dies auch hinsichtlich einer Sprengung zum Kriegsende am Turmfuß und wegen der Einwirkung von Wurzelwerk.

Ein Konzept müsse erarbeitet werden, bevor Fördermittel beantragt werden können. Eine Ausführung der Arbeiten in Etappen sei durchaus denkbar, so Karl. Diplomingenieur Anton Landgraf zeigte sich fasziniert von der vermutlichen Entstehung der Burg Reichenstein, die auf die Errichtung der Markgrafschaften im 11./12. Jahrhundert zurückzuführen sein dürfte. Die Bauausführung erfolgte, wie auch bei den noch vorhandenen Mauerteilen, zweischalig mit Zwischenfüllung. Das machte auch die Ableitung vom auftretenden Wasser möglich. Doch die Einwirkungen von Frost und Wurzelwerk sorgten für eine igelartige Oberfläche.

Arbeitsbühne erforderlich

Für eine Sanierung sei die Errichtung einer massiven Arbeitsbühne als Standfläche von Gerüsten erforderlich. In das Mauerwerk müssten Queranker aus Edelstahl eingebracht werden. Dazu kämen Kontakte zu den Bodendenkmalplanern und Naturschützern. Die Eigenleistungen könnten aus Einsammeln von benötigten Steinen und der Mithilfe bei der Sanierung bestehen; sie würden nach den Maschinenringsätzen bewertet. Während die Zufahrt und die Errichtung der Arbeitsbühne mit etwa 190 000 Euro veranschlagt ist, können die Gesamtkosten bisher noch nicht prognostiziert werden. Sie hängen vom Gesamtumfang und eventuellen Einbindung der vorhandenen Mauerreste ab.

Interessant war auch die Information über die Gesamthöhe mit etwa 25 Metern, wobei die Arbeitsbühne in etwa neun Metern errichtet würde. Der Turmstumpf ist noch etwa 19 Meter hoch und hatte früher in acht Meter Höhe einen Eingang. Bürgermeister Gerald Reiter zeigte sich überzeugt, dass die Bevölkerung sich über eine Sanierung des Wahrzeichens, auf das sie stolz ist, freuen würde. Noch in diesem Jahr werden weitere Besprechungen stattfinden, damit nach dem Informationsaustausch mit den zuständigen Stellen im Jahre 2016 mit einer Sanierung begonnen werden kann.
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