Das "Sudetenkreuz" rückt wieder in den Blickpunkt
Eine Gedenkstätte aus Edelstahl

Das 1967 massiv errichtete "Sudetenkreuz" steht auf dem Kalvarienberg in Stadlern, dessen Umfeld neu gestaltet wurde. Bild: gl
Lokales
Stadlern
12.08.2015
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Der Grenzort Stadlern unter der Burgruine Reichenstein ist seit vielen Jahrhunderten ein Wallfahrtsort. Unter den Wallfahrern, die früher am "Großen Frauentag" (Maria Himmelfahrt) zum Gnadenbild "Unserer lieben Frau aus Erden gebrannt" pilgerten, waren auch Gläubige aus den Pfarreien jenseits der Grenze. Doch der Eiserne Vorhang bedeutete das Ende dieser Tradition.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung fanden viele Bewohner des Sudetenlandes diesseits der Grenze eine neue Heimat. Daraus resultierte 1950 die Gründung einer örtlichen Sudetendeutschen Landsmannschaft unter Johann Bauer als Vorsitzenden. Noch im Jahre 1950 wurde ein Flüchtlingstreffen organisiert, zu dem über 5000 Besucher nach Stadlern kamen. Von Pfarrer Karl Bayer, den letzten Seelsorger in der jenseits der Grenze befindlichen Pfarrei Waier, wurde damals ein Birkenkreuz zum Gedenken in der Nähe des Kalvarienberges gesegnet.

Der Wunsch, an diesem Ort ein massives Kreuz zu errichten, wurde durch Zusammenarbeit und Spenden ermöglicht. Das letztlich angebrachte mächtige Kreuz aus Edelstahl wurde von Ehrenbürger Johann Koller gestiftet. Es wurde bei der Einweihung der ersten Fabrikhallen der Münchener Medizin Mechanik (MMM) am 16. Juli 1967 vom damaligen Diözesanbischof Dr. Rudolf Graber geweiht. Es befindet sich auf einem Findling aus heimischen Gneis mit der Inschrift "Nur einmal noch o Herr...". Die Einweihung der Gedenkstätte erfolgte am 14. Juli 1968 durch den Benefiziaten Hans Striegl.

Seit vielen Jahren - und auch am Samstag wieder - ziehen am "Großen Frauentag" nach dem Festgottesdienst die Priester, Ehrengäste und Vereine zum "Sudetenkreuz" zu einer Gedenkfeier für die Verstorbenen.
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