Der Höhepunkt im Landkreis

Das 1967 massiv errichtete "Sudetenkreuz" steht auf dem Kalvarienberg in Stadlern, dessen Umfeld neu gestaltet wurde. Bild: gl
Lokales
Stadlern
12.08.2015
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"Ich hätte gerne einmal einen Turm bestiegen, um in der Ferne die Heimat erblicken zu können": Das schrieb der 2013 verstorbene Stadlerner Ehrenbürger sowie Initiator und Förderer des 1983 errichteten Böhmerwaldaussichtsturms, Johann Koller, in seinem Grußwort zur Einweihung.

Johann Koller bezog diese Worte auf seine Kriegserlebnisse und den Wunsch vieler ehemaliger Bewohner von jenseits der Grenze, die nun auf dem Turm über den Eisernen Vorhang hinweg in die angestammte Heimat blicken konnten. Längst hat sich die Situation seit der Grenzöffnung verändert, es sind inzwischen unter den Turmbesteigern besonders viele Wanderer aus dem Nachbarland. In der geräumigen Turmkanzel können sie sich bei einem Blick in die bayerischen und böhmischen Lande auch über die Region informieren.

Mitglieder reisen an

Nicht verändert hat sich der Termin zur alljährlichen Mitgliederversammlung des Vereins "Böhmerwaldaussichtsturm auf dem Weingartenfels im Schönseer Land" im August. Jeweils zum "Frauentag" kommen die über viele Bundesländer verstreuten Mitglieder nach Stadlern. In diesem Jahr treffen sie sich am Sonntag, 16. August, um 18.30 Uhr im Stadlerner Sportheim.

Die Tagesordnung der Versammlung umfasst nach Begrüßung und Bericht des Vorsitzenden den Protokollvortrag des Schriftführers, den Kassenbericht sowie Neuwahlen der Vereinsführung. Abschließend können Wünsche und Anträge vorgebracht werden. Der Trägerverein zur Errichtung des Aussichtspunktes wurde am 20. Oktober 1979 gegründet. Die Idee dazu entstand bereits 1971, ausgelöst von der Erinnerung an einen primitiven Holzturm, der von 1938 bis 1945 auf dem Weingartenfels stand. Der Weingartenfels ist mit 893,72 Höhenmetern die höchste Erhebung im Schönseer Land und auch im Landkreis. Für die Verwirklichung des Turmbaus setzte sich besonders der in Weißensulz geborene Ingenieur Karl Spörl ein. Nachdem die Gemeinde Stadlern die Trägerschaft übernahm, erfolgte 1983 die Errichtung nach der Grundsteinlegung am 17. Juni und dem Richtfest am 15. Oktober 1983.

Der Aussichtspunkt steht an seinem Standort auf 893 Höhenmetern, in unmittelbarer Nähe des Weingartenfelsen mit exakt 898,17 Höhenmetern. Die Erbauung fand bereits im Planungsstadium die besondere Unterstützung durch die Gemeinde Stadlern und vieler einheimischer Förderer sowie der teilweise weitab lebenden vertriebenen ehemaligen Bewohner von jenseits der Grenze; sollte durch den Turm doch ein Blick in die durch den Eisernen Vorhang abgetrennte ehemalige Heimat ermöglicht werden.

Über 142 Stufen nach oben

Der Aussichtsturm ist insgesamt 30,17 Meter hoch. Die 50 Quadratmeter große Aussichtskanzel ist über 142 Stufen zu erreichen. Der "Böhmerwaldaussichtsturm" - in Sichtweite der untergegangenen Nachkriegssiedlung Bügellohe - ist inzwischen zu einem Wahrzeichen im östlichen Teil des Landkreises geworden und wird es sicher auch bleiben.
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