Dornröschenschlaf zu Ende

Das neue Vorstandsteam des Fördervereins "Burgruine Reichenstein" mit Vorsitzenden Gerald Reiter und Stellvertreter Michael Koller (vorne Mitte, von links), dahinter Schatzmeister Günther Holler. Nicht im Bild Schriftführer Franz Liebl. Bild: gl
Lokales
Stadlern
15.09.2015
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"An der Grenze träumt versonnen, unser Vater Reichenstein", so beschreibt der frühere Lehrer Fritz Weiß die Burgruine. Die Erhaltung dieses geschichtsträchtigen Reliktes ist seit Generationen ein Anliegen. Vor 25 Jahren wurde dazu ein Förderverein gegründet, der nach langer Ruhepause wieder aktiv werden kann.

Das Wahrzeichen der Gemeinde kommt nicht nur im "Reichensteinlied" von Fritz Weiß zu Ehren. Vor allem die Mitglieder des am 21. September 1990 gegründeten "Förderverein Burgruine Reichenstein" haben sich die Erhaltung auf die Fahnen geschrieben. Bei der Mitgliederversammlung in der Vorwoche wählten sie eine neue Vorstandschaft, wobei Bürgermeister Gerald Reiter den Altbürgermeister Günther Holler im Vorsitz ablöste.

Zustimmung verweigert

Das Anliegen einer weiteren Renovierung - nach 1925/26 und 1965 - wurde wegen der fehlenden Zustimmung des Grundbesitzers zunächst zu einem Alptraum. Doch seit 2012 ist wieder Zuversicht eingetreten, worüber die Bevölkerung am 22. April dieses Jahrs in einer Bürgerversammlung informiert wurde. Die Ruhephase bezog sich auch auf die Aktivitäten des Fördervereins. Bei der letzten öffentlichen Versammlung, am 8. November 1996 mit 28 Anwesenden, hatte der Verein 96 Mitglieder. Deren Zahl reduzierte sich seither, überwiegend durch Todesfälle, auf 51 Personen, von denen 50 mit einer Urkunde für 25-jährige Zugehörigkeit gewürdigt werden konnten.

Bei der Mitgliederversammlung im Schulungsraum des Feuerwehrhauses konnte Günther Holler knapp 30 Anwesende, darunter auch einige Nichtmitglieder, begrüßen. Sein besonderer Gruß galt Bürgermeister Gerald Reiter, dessen Stellvertreter Tobias Eckl, sowie Ehrenbürger Michael Koller, Gemeinderäten und Vereinsvorständen. Holler begründete zunächst die Ruhephase hinsichtlich öffentlicher Aktivitäten, die aber im Hintergrund von permanenten Bemühungen zur Problemlösung begleitet waren.

In seinem Bericht erwähnte er die neuen Möglichkeiten, sowie eine erste Besichtigung, auch mit Gebietsreferenten Diplomingenieur Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege und Vertretern vom Ingenieurbüro ALS, einer Vermessung im Jahre 2013 und die Erstellung eines Gutachtens. Dabei wurde auch eine Fördermöglichkeit signalisiert, die durch die Bereitschaft der Gräflich Du Moulinschen Forstverwaltung fundiert ist.

Zur Versammlung gehörte auch das Protokoll über die Versammlung vom 8. November 1996. Günther Holler trug den Finanzbericht für den nicht mehr aktiven Schatzmeister Hans Hafenrichter vor, der eine geordnete finanzielle Situation offenbarte. Vor den Neuwahlen (siehe Kasten) dankte Günther Holler den Mitgliedern für die Treue zum Förderverein, kündigte aber an, dass er sich nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung stellen wird.

Als sein Nachfolger wurde Bürgermeister Gerald Reiter gewählt. Dieser bezeichnete die Renovierung und Sicherung der Burgruine als große Aufgabe, die viel Einsatz auch durch die Gemeindebürger erfordern wird. Heuer sind noch der Ausbau eines Zufahrtsweges und die Errichtung eines Grundgerüstes vorgesehen, damit im Frühjahr 1916 mit den Sicherungsarbeiten begonnen werden kann.

Wie bei den bisherigen Renovierungen ist die Mitarbeit, besonders durch ehrenamtliche Eigenleistungen erforderlich. Die Kosten sind mit 190 000 Euro veranschlagt; eine Fördermöglichkeit besteht. "Es handelt sich um das Wahrzeichen Stadlerns und der Region", bekräftigte Reiter. Ehrenbürger Michael Koller erkläre sich bereit, seine Kontakte bei den Planungen einzubringen.

Details noch im Herbst

Über den Ablauf, so Gerald Reiter, wird die Bevölkerung in einer noch im Herbst geplanten Versammlung informiert. Keinesfalls würden aber die bestehenden Wanderwege verändert. So könnte auch der Text aus dem Reichensteinlied "Reich an Jahren seit Bestehen, miterlebt so manchen Sturm, Jahre werden noch vergeben, wo uns winkt sein Felsenturm" zur Realität werden.
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