Kurzer Draht zur großen Politik

Der Antrittsbesuch von MdB Marianne Schieder (rechts) und MdL Franz Schindler bei stellvertretendem Bürgermeister Tobias Eckl und Bürgermeister Gerald Reiter mit Gemeinderat Peter Semmler (von links) diente dem Kennenlernen. Bild: gl
Lokales
Stadlern
12.12.2014
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Manche schlagen sich mit Schulden herum, andere beklagen das lange Warten auf ein schnelles Internet. Stadlerns Bürgermeister Gerald Reiter hat andere Sorgen und hielt damit bei einem Besuch von der SPD nicht hinterm Berg.

Der Antrittsbesuch der Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und des Landtagsabgeordneten Franz Schindler (beide SPD) beim neugewählten Bürgermeister Gerald Reiter und dem Gemeinderat sollte dem Kennenlernen und dem Austausch dienen. Beide wurden vom Bürgermeister, seinem Stellvertreter Tobias Eckl und Gemeinderat Peter Semmler im Aufenthaltsraum des Feuerwehrhauses empfangen.

Extrem abhängig

Schieder setzte voraus, dass man über die Leistungen ihrer Partei im Bilde war. Schindler verwies auf seiner Erfahrungen in der Kommunalpolitik: Er war Stadtrat in Teublitz und Schwandorf, mehr als 30 Jahre lang hat er im Kreistag ein Wörtchen mitzureden. Diese Aufgabe habe ihn schon vor langer Zeit nach Stadlern geführt. Als Landtagsabgeordneter habe er nun mit Riesensummen im aktuellen Haushalt zu tun. Dennoch hab er auch die kleinen Gemeinden mit Nothaushalten und deshalb hoher Abhängigkeit vom Staat im Blickfeld. Der Stein des Weisen sei aber in diesen Belangen bisher nicht gefunden worden.

Stadlern, so Bürgermeister Gerald Reiter, sei zwar schuldenfrei, es stünden aber Probleme an - sowohl bei der Wasserversorgung als auch bei der Unterhaltung von vier Kläranlagen in den Ortsteilen. Ein besonderer Vorteil für die Bewohner und das Umland sei das Werk der Münchener Medizin Mechanik (MMM). Auch die bestehende Internetanbindung wertete Reiter ein Standortvorteil. Es gebe aber hinsichtlich Funkverbindung noch Probleme, gab er zu bedenken.

Diskutiert wurden auch die Faktoren "Revierferne" und "Grenznähe". Trotz eines fehlendem Grenzübergangs im Bereich der Straßen gebe es gute Kontakte zwischen den Kommunen, Feuerwehren und Vereinen auf beiden Seiten der Grenze. Hier verwies Marianne Schieder auf die andernorts herrschende Drogen- und damit verbundene Beschaffungskriminalität. Auch in Stadlern und Umgebung verzeichne man vermehrt Einbrüche, berichtete Reiter. Insbesondere Feldscheunen seien dabei betroffen. Angesichts allgemein rückläufiger Bevölkerungsentwicklung gebe es viele Leerstände und einen gravierenden Mangel an Gastronomien. Allerdings verzeichne man auch manchen "Rückkehrer", so der Bürgermeister. Er führte in diesem Zusammenhang das Plus der Gemeinde ins Feld: eine herrliche Natur, über die beispielsweise der Böhmerwald-Aussichtsturm einen Überblick liefert, ein Dreh- und Angelpunkt für den Tourismus.

Lösung für Skizentrum

Derzeit bemühe man sich um eine Reaktivierung des insolventen Skizentrums Reichenstein. Probleme beim öffentlichen Personennahverkehr seien schwer zu lösen. Nicht zuletzt wurde auch die Belebung der Patenschaft mit der Kreisstadt angesprochen, bevor sich die Gäste mit einem Hinweis auf den "kurzen Draht" zu den Mandatsträgern verabschiedeten.
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