Tradition und Begehren

Lokales
Stadlern
19.06.2015
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Der Vereinsname basiert auf einem Geldstück, das es schon lange nicht mehr gibt: "Alter Fünfer" nennt sich der Stammtisch, der die Mark überdauert und soeben sein 40-Jähriges gefeiert hat.

Der Weiler Charlottenthal hat seinen Ursprung in einer Glashütte. Der Gründer, Ritter von Lenk, benannte die Ansammlung von Bauten nach seiner früh verstorbenen seiner Tochter Charlotte. Geblieben ist von dieser Vergangenheit auch die Bezeichnung "Gloshitt'n", insbesondere im Gründungslokal des Stammtischs "Alter Fünfer", im Gasthaus Knott mit seiner legendären Hausmusik. Im Umfeld dieses Treffpunkt war nun ein Festzelt aufgestellt. Mitglieder der Stadlerner Vereine feierten gemeinsam mit dem "Jubilar".

Über die Landkreis-Grenze

Am Sonntag formierte sich ein Kirchenzug, angeführt von der Blaskapelle Stadlern. Es ging zur Dorfkapelle, die auf dem Gebiet des Nachbarlandkreises Cham liegt. Der Stammtisch kümmert sich um den Erhalt des Bauwerks. Die Klänge der 1951 der heiligen Barbara geweihten Glocke und das von der Blaskapelle gespielte "Wohin soll ich mich wenden" (Schubertmesse) leiteten den Festgottesdienst mit Ruhestandspriester Karl-Maria Ferges ein.

Er verwies auf die Gründung des Vereins, der von sieben auf inzwischen 30 Mitglieder angewachsen ist. Sein soziales Engagement habe der Verein bei der im Jahre 2000 erfolgten Renovierung der Kapelle unter Beweis gestellt.

Über Namen geschmunzelt

In Unkenntnis der Aktivitäten habe er zunächst als gebürtiger Kölner über den Vereinsnamen gelächelt, bekannte der Pfarrer. Das Fünfmarkstück habe, wie schon die Silberlinge bei Judas, Begehrlichkeiten geweckt, aber auch Segen gebracht.

Mit Marschmusik ging es schließlich nach dem Gottesdienst ins Festzelt. "Grüße aus dem Böhmerwald" gab es von der Blaskapelle Stadlern, bevor der langjährige Stammtischvorsitzende Michael Knott die Gäste, darunter Bürgermeister Gerald Reiter, Altbürgermeister Günther Holler, Gemeinderäte und Vereinsvorsitzende mit ihren Abordnungen, willkommen hieß. Bürgermeister Gerald Reiter würdigte die Beständigkeit der Mitglieder in den zurückliegenden 40 Jahren. Sie hätten für den guten Ruf der "Gloshitt'n" und der Gemeinde gesorgt. Er fügte seinen guten Wünschen zum Festverlauf auch den Dank an die Organisatoren an. Der Bürgermeister fungierte schließlich als Dirigent für den "Stadlerner Marsch", komponiert von Blaskapellen-Chef Franz Riedl.

Vorsitzender Martin Dietl blieb es schließlich vorbehalten, sieben Mitglieder als Gründungsmitglieder und für 40-jährige Treue zu würdigen: Richard Knott, Josef Mages, Georg Merdan, Hermann Markgraf, Anton Ruhland, Josef Ruhland und Otto Seitz erhielten eine Urkunde. Die Blaskapelle gratulierte dazu mit der Melodie "Böhmischer Traum". Bei herrlichem Wetter folgte zum Ausklang ab 15 Uhr Musik mit der "Eslarner Werkstod-Muse".
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