Wallfahrt an "Maria Himmelfahrt" zum Gnadenbild "Unserer lieben Frau aus Erden gebrannt" in der ...
Großer Frauentag mit langer Tradition

Mit dem Birkenwagen fuhren die Vereine und Gruppen früher zu besonderen Festen. Hier im Vordergrund eines dieser Exemplare beim Zug der Pfarrei mit 24 Abordnungen am 15. August 1947 von Schönsee zum Frauentag nach Stadlern. Repro: gl
Lokales
Stadlern
11.08.2015
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Die Wallfahrt an "Maria Himmelfahrt", dem "Großen Frauentag" zum Gnadenbild "Unserer lieben Frau aus Erden gebrannt" in der Stadlerner Kirche hat eine lange Tradition. Bereits auf einer Landkarte aus dem Jahr 1626 ist der Ort als "Städla zur Wallfahrt" aufgeführt. Sie steht am Samstag wieder an.

Waren es früher die Bewohner von diesseits und jenseits der Grenze, die mit ihren Sorgen zur Gottesmutter kamen, wurde der Frauentag nach der Errichtung des Eisernen Vorhanges auch als Treffpunkt in der einstigen Heimatnähe genutzt. Legendär ist aber auch ein großer Jahrmarkt entlang der Hauptstraße mit über hundert Fieranten und Verpflegungstationen.

Im Kirchenzug zum Festgottesdienst auf dem Kalvarienberg begleiten die Blaskapelle und die Ortsvereine mit ihren Fahnenabordnungen neben dem Festprediger und Mitzelebranten traditionell auch zahlreiche Mandatsträger vieler politischer Ebenen als Gäste. Die Entstehung von Stadlern, das eng mit der inzwischen dem Verfall preisgegebenen Burgruine Reichenstein verbunden ist, liegt im Dunkeln und wird erstmals in einer Kaufurkunde aus den Jahren 1333/34 erwähnt, als Schönsee einschließlich der Herrschaft Reichenstein in den Besitz der Landgrafen von Leuchtenberg überging.

Die Kirche wurde nach der Legende von einem Ritter, der sich im damals dichten Grenzwald verirrte und wieder zurechtfand, als Gelübde errichtet. Ein Hufeisen an der Kirchentüre ist ebenfalls mit der Legende verbunden wie auch Bilder an der Brüstung der Empore in der Kirche. Stadlern dürfte bereits 1363 eine Pfarrei gewesen sein; nach den Hussitenkriegen wird die Kirche als "devasta" (verwüstet) erwähnt. Ungebrochen war nach geschichtlichen Hinweisen die Wallfahrt zum Gnadenbild, dessen Torso ergänzt wurde. Für die Muttergottesfigur gibt es auch viele Legenden.

Besondere Tradition hat die Wallfahrt aus Schönsee. So bewegte sich 1947 ein Zug mit 24 Gruppen nach Stadlern, angeführt von Rad- und Motorradfahrern, Herolden auf Pferden und vielen geschmückten Pferdewägen; organisiert vom damaligen Stadtpfarrer Alois Treml. Geblieben ist die Fußwallfahrt über den "Stadlerner Steig" und auch aus Tiefenbach, Schönau, Weiding und Winklarn kommen alljährlich Fußwallfahrergruppen. Die Pilger werden mit Glockengeläute empfangen. Viele nutzen die Gelegenheit, einen segenbringenden "Kräuterbüschel" zu erwerben und beim Gottesdienst weihen zu lassen.
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