Weniger auf der hohen Kante

Es war nicht nur erbauliche "Zahlenkost", die designierte Finanzverwalterin Lisa Biegerl und Bürgermeister Gerald Reiter (von rechts) in Anwesenheit von Kämmerer Josef Maier, dem Stadlerner Gemeinderat bei der Haushaltsberatung auftischten. Bild: gl
Lokales
Stadlern
05.09.2015
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Weniger Einwohner und eine ganze Reihe von Projekten: Das zehrt am Vermögen der Gemeinde Stadlern. Der Weg in die Verschuldung scheint vorprogrammiert.

713 Einwohner gab es in Stadlern im Jahre 1970, jetzt sind es 514. Die Steuerkraft liegt unter dem Landesdurchschnitt, die Rücklagen von 633 730 Euro reduzieren sich auf 149 330 Euro. Außerdem sind Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung nicht kostendeckend, und 17,71 Kilometer Gemeindestraßen müssen instand gehalten werden. Diese Sorgen kamen bei der Verabschiedung des Haushalt im Gemeinderat auf den Tisch.

In Anwesenheit von Kämmerer Josef Maier erläuterte dessen designierte Nachfolgerin Lisa Biegerl besonders markante Abweichungen zu den Vorjahren. Im Verwaltungshaushalt mit 739 000 Euro (im Vorjahr 954 000 Euro) fallen für die 8 Hauptschüler (11) 19 000 Euro (23 000) Kosten an, für die 14 (15) Grundschüler 25 150 (31 250) Euro. Für die Kinderkrippe in Schönsee errechnen sich 20 850 (35 500) Euro, während für den Sport 1700 (600) Euro zugeschossen werden. Der Unterhalt der Badeweiheranlage schlägt mit 3200 (1000) Euro zu Buche. Für den Unterhalt der Gemeindestraßen sowie Nebenkosten sind 151 700 (167 200) angesetzt. Bei den Kläranlagen entsteht eine Unterdeckung von 20 500 (19 950) Euro, für den Friedhof beträgt sie 3500 (5000) Euro und für die Wasserversorgung 15 850 (15 450) Euro. Während es bei den Grundsteuern keine Veränderung gibt, müssen bei der Gewerbesteuer 235 000 Euro zurückerstattet werden. Der Einkommensteueranteil beträgt 167 000 (160 000) Euro, die Schlüsselzuweisung 227 100 (224 150) Euro.

Die Kreisumlage macht 195 200 (177 400) Euro aus, die Verwaltungsumlage 79 100 (64 200) Euro. Von den Rücklagen müssen nach der Zuführung von 7300 Euro 489 700 Euro entnommen werden. Beim Vermögenshaushalt mit 925 000 (455 000) Euro schlagen Projekte wie die geplante Ausstattung eines Bauhofes, die Erschließung des Gewerbegebietes und Wegebaumaßnahmen sowie die Breitbanderschließung zu Buche. Bei der Finanzplanung wurde deutlich, dass der Weg in die Verschuldung führen wird: 2017 soll ein Löschfahrzeug angeschafft werden, die Instandsetzung der Burgruine Reichenstein steht an, Sportheimsanierung, Bauhof, Straßenbaumaßnahmen und die Sanierung der Kläranlage fordern ihren Tribut. Etat und Finanzplanung bis 2018 wurden dennoch einstimmig abgesegnet.
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