Schlitten im Dornröschenschlaf

Vermischtes
Stadlern
01.10.2016
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Der letzt Rodelschlitten steckt noch immer auf der Zielgeraden fest. Moos und Unkraut heißen die Sieger auf der Bahn am Reichenstein. Das könnte sich vielleicht bald ändern.

Das einstige Vorzeigeobjekt, das Skizentrum Reichenstein mit Sommer-Rodelbahn, dämmert nun schon seit über zehn Jahren im Dornröschenschlaf vor sich hin. Jetzt kommt offensichtlich Bewegung in die Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern und Eigentümern. "Seit Amtsbeginn gibt es Gespräche mit dem Landrat, an denen ein Investor und der Grundstücksbesitzer beteiligt sind", berichtet der Stadlerner Bürgermeister auf Nachfrage des Medienhauses "Der neue Tag".

Unkraut statt Service


Seit der Insolvenz der Reichenstein GmbH liegt die Anlage brach. Das blau-weiße Schild an der Straße von Schönsee nach Stadlern wirbt noch immer für das Skizentrum Reichenstein. Wer hier abbiegt, steht vor einem Haus, dem der Zahn der Zeit schon gewaltig zugesetzt hat. Im Fenster wird noch ein Ski-Service angeboten, der schon lange nicht mehr aktuell ist. Wenige Meter weiter überragen Pfeiler der Liftstation nur knapp Brennnessel und Unkraut. Gut getarnt liegt hier auch das Ende der Sommerrodelbahn. Der letzte Rodelschlitten parkt hier schon lange, in den schwarzen Plastikteilen haben sich Pfützen gebildet, und die Dornenhecke ist Jahr für Jahr weiter vorgerückt. Vor über zehn Jahren war der Betrieb eingestellt worden, das Ausbleiben der TÜV-Genehmigung gab der Anlage den Rest: Insolvenz

Zunächst hing das weitere Schicksal des Areals deshalb in der Schwebe, weil ein Investor nur dann Geld in die Anlage stecken wollte, wenn er auch das Grundstück rund um das Gebäude kaufen konnte, rekapituliert Reiter. Nun sei der Grundstücksbesitzer bereit, einen Teil der Fläche abzugeben. Fraglich sei allerdings, ob das dem Investor genügt, der aus dem Bauwerk am Fuß der Rodelbahn ein Berg-Café machen will. "Wir sind auf jeden Fall drauf und dran, das Gelände zu reaktivieren", zeigt sich der Stadlerner Bürgermeister optimistisch. Er erinnert sich nur allzu gut an die Vorteile, die das zehn Minuten vom Ort entfernte Gelände der Bevölkerung von Stadlern bot.

"Wir konnten kommen, wenn nicht viel los war, und aufhören, wenn der Andrang zu groß war. Es wäre unser Bestreben dass die Kinder hier wieder Skifahren lernen können", trauert Reiter früheren Zeiten nach. Aktuell liege allerdings das Hauptaugenmerk auf der Sommerrodelbahn. Reiter selbst hat beides ausprobiert.

Noch Tickets daheim


"Ich hab' sogar noch Tickets für die Sommerrodelbahn zu Hause", gesteht der Bürgermeister. Dass die nun nicht mehr gültig sind, wenn die Bahn reaktiviert wird, und lediglich als Rarität zählen, stört den 48-Jährigen aber nicht. "Das nehm' ich gern in Kauf, wenn aus den Plänen was wird." In vier bis sechs Wochen werden die Gespräche fortgesetzt, bis dahin haben alle Beteiligten eine "Hausaufgabe" zu erledigen.
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