Wallfahrt von Stadlern nach Bischofteinitz
Pilger zur "heiligen Großmutter"

Mit dem Kreuz voran, zogen die Pilger über den Grenzübergang bei Schwarzach nach Bischofteinitz. Bilder: mhö (2)
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Stadlern
26.07.2016
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Der Schönseer Stadtpfarrer Wolfgang Dietz (Mitte) befand sich ebenfalls unter den Wallfahrern nach Bischofteinitz. In der St.-Anna-Kirche zelebrierte er mit dem Ortsgeistlichen den Pilgergottesdienst.

"Anna selbdritt" - ein Bild mit drei Generationen, das die heilige Mutter Anna, die Gottesmutter Maria und das Jesuskind zeigt. In seiner Predigt bei der Wallfahrt zur Sankt-Anna-Kirche in Bischofteinitz stellte Stadtpfarrer Wolfgang Dietz diese bildliche Darstellung vor.

Viele Pilger machten sich vom Grenzübergang in Schwarzach aus auf den Weg zu dieser Wallfahrtsstätte. Vor dem Abmarsch um 5 Uhr hatte der örtliche Heimatverein St. Anna Kaffee und Kuchen für die Teilnehmer vorbereitet. Mit Gebet und Gesang ging es die fast 30 Kilometer im Nachbarland zum Ziel am Stadtrand von Bischofteinitz (Horsovský Týn). Begleitet wurden die Pilger von Aktiven der Rotkreuzgemeinschaft Schönsee, ein weiteres Fahrzeug zur Unterbringung von Rucksäcken und Verpflegung hatte Rainer Lampl zur Verfügung gestellt.

Bitte in zwei Sprachen


Zusammen mit dem Ortsgeistlichen zelebrierte Pfarrer Dietz, der auch die gesamte Wegstrecke mit zurücklegte, den Gottesdienst. Die Liedtexte lagen den Kirchenbesuchern in deutscher und tschechischer Sprache vor, auch die Gebete und Fürbitten gab es in beiden Landessprachen.

Glauben vorleben


Mit der Mutter Anna, so der Schönseer Stadtpfarrer in seiner Predigt, zeige das Bild "Anna selbdritt" endlich eine Großmutter in unseren heiligen Bildern. Großmütter spielten doch oft eine so wichtige Rolle, besonders für das Leben, die Erziehung und den Glauben der Enkelkinder. Der Geistliche erinnerte an seine Zeit als Kaplan, als er alte Frauen aus Kasachstan und Sibirien kennengelernt hatte. Vertrieben und umgesiedelt hielten sie immer ihren Glauben und Traditionen hoch. Es gab oft kaum Kirchen und Priester für sie, es gab kaum Hilfen, um als Christen leben und überleben zu können. Alte Gebetbücher halfen ihnen, ihren Glauben vorzuleben. Großmütter waren für die Familien richtige Missionare.

Auch heute könnten Großmütter und -väter viel für ihre Enkel tun, so Dietz. Sie könnten Erfahrung und oft Weisheit mitgeben, die man erst mit dem Alter und den Jahren bekomme. Sie seien oft stärker im Glauben und der Frömmigkeit verankert als Jüngere, sie könnten aus der Bibel genauso wie aus dem eigenen Leben erzählen.

Die heilige Großmutter Anna sei eine gute Patronin für eine Pfarrei, genauso wie ihr Mann, der heilige Joachim. Wenn auch die Bibel sie in keinem Wort erwähne, hätten spätere Legenden das Leben der Heiligen Familie ausgeschmückt und von den Großeltern Jesu erzählt. Der Glaube denke über den Sinn des Lebens nach und sage: Gott ist am Wichtigsten. Von ihm her ordne sich alles. "So erzählen wir von Heiligen, die mit dieser Weisheit gelebt haben und uns zeigen können, wie das geht", so Pfarrer Dietz. Das könnten alte Menschen, Großmütter und Großväter vielleicht am Besten, deshalb seien sie in unserer Mitte so wichtig und die heilige Mutter und Großmutter Anna deswegen eine so gute Schutzpatronin.

Schmierkuchen serviert


Nach dem Segen dankte der Stadtpfarrer allen für die Teilnahme an der Wallfahrt und am Gottesdienst. Ebenso gab es Dankesworte für die Organisatoren, besonders den Oberpfälzer Waldverein Stadlern, sowie die Begleiter. Mit extra gebackenen Schmierkuchen überraschten die tschechischen Pfarrangehörigen die Gottesdienstbesucher beim Verlassen der Sankt-Anna-Kirche.
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