"Gezielte Kampagnen"

Bürgermeister Harald Bemmerl (links) ist seit eineinhalb Jahren im Amt und sieht die Gemeinde Steinberg für die Zukunft gut aufgestellt. Bei der Bürgerversammlung war das DJK-Sportheim voll besetzt. Bild: rid
Lokales
Steinberg am See
27.11.2015
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Den Bürgermeister belastet, wie in den letzten Wochen über seine Gemeinde berichtet wird. "Die Medien vermitteln den Eindruck, als ob wir auf einer riesigen Giftmüllhalde leben", sagte Harald Bemmerl bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im DJK-Sportheim. Hinter den "negativen Beiträgen " vermutet er "gezielte Kampagnen bestimmter Personen".

Diese Leute fordert der Bürgermeister auf, ihre "anonyme Maske abzulegen und sich zu outen". Den "Maulwurf" vermutet der Bürgermeister in den eigenen Reihen, denn die in den Medien geäußerten Formulierungen ähnelten denen des nichtöffentlichen Teils der Gemeinderatssitzungen. Harald Bemmerl hat dazu eine klare Meinung: "Propagandistische Schlagwörter zu benutzen und Themenbereiche in falsche Zusammenhänge zu stellen, um damit persönliche Ziele zu verfolgen, schaden unserer Gemeinde und im Endeffekt jedem einzelnen Bürger".

Grundschule gesichert

Die Gemeinde ist um 95 Personen auf 1998 Einwohner gewachsen. Darunter sind 29 Asylbewerber. Im vergangenen Jahr starben 22 Bewohner, und nur neun wurden geboren. Heuer ist es genau umgekehrt. Neun Sterbefälle stehen 17 Geburten gegenüber. Der Bürgermeister will die Gemeinde auf dem Weg von der ehemaligen Bergbau- hin zu einer Fremdenverkehrsgemeinde weiter voranbringen.

Die vor neun Jahren eingeleiteten Maßnahmen zur Dorferneuerung sind weitgehend abgeschlossen. 200 000 Euro hat die Gemeinde im kommenden Jahr für den Fahrradweg nach Heselbach eingeplant. Der Bestand der Grundschule mit 60 Schülern sei gesichert. Die Kinder der Asylbewerber besuchen den Kindergarten Steinberg und die Schule in Wackersdorf. Vier Flüchtlinge arbeiten im Bauhof. Die Erwachsenen können im Pfarrheim an einem Sprachkurs teilnehmen.

Auf die Agenda 2016 hat der Bürgermeister den Hochwasserschutz gesetzt. Im Winter soll der Schreckerbach gesäubert werden. Die Genehmigung für die Wasserversorgungsanlage läuft bis 2018. Seit 12. Oktober könne die Firma Amplus wieder die vertraglich geschlossenen Leistungen zur Breitbandversorgung der Haushalte erfüllen, nachdem ihr die Bundesnetzagentur im Streit mit der Telekom Recht gegeben hat.

Neue Baugebiete

Die Kommune ist dabei, zwei neue Baugebiete auszuweisen: das "Retzer Schübl" am Ende der Seestraße und die "Hirmerleiten" zwischen Waldheim und der Heidestraße. "Die Gemeinde Steinberg besitzt derzeit kein einziges bebaubares Grundstück mehr", begründete der Bürgermeister die Initiative. Ständig kämen aber Anfragen von jungen Leuten, "die sich hier niederlassen wollen". Mit Neuansiedlungen könne die Gemeinde den Kindergarten- und Schulstandort sichern, machte Harald Bemmerl deutlich.

"Zwei intensive Sitzungen" habe der Gemeinderat mit dem Campingplatzinvestor gehabt, so der Bürgermeister. Daraufhin habe mit den Optionsvertrag noch einmal verlängert. "Optimisten rechnen im nächsten Jahr mit dem Baubeginn", sagte Harald Bemmerl mit sarkastischem Unterton. Die Gemeinde werde die Planungen für die Seepromenade mit Straße, Rad- und Fußweg sowie Parkplätzen im nächsten Jahr weiter vorantreiben.

Der Bürgermeister blickte optimistisch in die Zukunft. Er wolle alles daran setzen, um Steinberg noch attraktiver zu machen. Seine besondere Freude: "Das Vereinsleben im Ort funktioniert bestens".
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