Menschliche Wärme gegeben

Lokales
Steinberg am See
23.06.2015
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Sie widmete den größten Teil ihres Lebens den Entwicklungsprojekten in Afrika. Unterstützung erfuhr die Ordensfrau durch ihre Heimatgemeinde. Nun verstarb Schwester Antonina im Alter von 93 Jahren.

In den Abendstunden des vergangenen Freitag kam die traurige Nachricht aus dem Heimatkloster der Ordensgemeinschaft der Dominikanerinnen von Strahlfeld.

Die Missionsstation

Die junge Steinbergerin Schwester Antonina (Elisabeth Grabinger) begann im März 1946 ihr Leben im Kloster Strahlfeld. Und schon früh reifte bei ihr der Entschluss, als Entwicklungshelferin nach Afrika zu gehen. So lernte die Novizin Englisch und Nähen. 1948 wurde sie dann für den Aufbau einer Missionsstation in Afrika ausgewählt. Mit dem Schiff ging es von Venedig nach Beira an die Küste Mosambiks. Im ehemaligen Rhodesien, dem heutigen Sambia und Simbabwe, wurde die Steinbergerin eingesetzt. In Simbabwe war Schwester Antonina von 1949 bis 1964 tätig, dann ging sie nach Sambia. Die Dominikanerinnen bauten insgesamt acht Stationen, die Kindergärten, Schulen und Krankenpflegestationen umfassten, auf. 1964 wurde die erste Station errichtet, genau in dem Jahr, in dem sie nach Sambia kam.

Kraft aus Glauben

An Bildung holte Schwester Antonina in dieser Zeit viel nach. Ihr Englisch wurde immer besser und so ließ sie sich zur Lehrerin ausbilden. Mit Stolz erzählte sie bei ihren Heimaturlauben, dass die Dominikanerinnenschule "Fatima" als eine der besten in Afrika galt. Die Schülerinnen bekamen immer eine Anstellung oder einen Studienplatz.

Bis zum Alter von 78 Jahren war Schwester Antonina im Schuldienst tätig. Dann ging sie in die Acker- und Gartenarbeit, half in der Hühnerfarm und im Obstgarten mit. Auch im nahe gelegenen Lepra-Dorf schaute sie immer nach dem Rechten. 56 Jahre leistete die Ordensfrau Entwicklungshilfe in den Ländern Sambia und Simbabwe. Die Kraft für diese lange Tätigkeit bezog sie aus dem Glauben und dem Gebet. Große Unterstützung fand Schwester Antonina während ihrer Missionstätigkeit in ihrer Heimatgemeinde Steinberg, allen voran durch den ehemaligen Pfarrer Gschwendtner, den katholischen Frauenbund, die Schulkameraden und ihre Geschwister. Sie organisierten Altkleideraktionen und unterstützten die Ordensfrau später auch mit Spenden.

Nicht ohne Arbeit

Im Jahre 2006 kehrte Schwester Antonina aus gesundheitlichen Gründen in das Heimatkloster Strahlfeld zurück, wo sie ihren wohlverdienten Ruhestand genoss. Doch auch da kam sie nicht ohne Arbeit aus.

Solang es ihre Gesundheit erlaubte, arbeitete sie jeden Tag im Gemüsekeller mit, wo sie mit anderen Mitschwestern das Gemüse für die Klosterküche vorbereitete. Das Requiem findet am heutigen Dienstag um 10 Uhr in der Klosterkirche Strahlfeld statt, anschließend ist Beerdigung.
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