53-Jähriger leblos in Haftzelle aufgefunden
Holzscheit-Bombe: Verdächtiger tot

(Foto: dpa)
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Steinberg am See
23.05.2016
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Steinberg am See/Weiden. Einer der Verdächtigen im Steinberger "Holzscheit"-Fall hat sich in der Untersuchungshaft offenbar das Leben genommen. Der 53-Jährige, der an dem Sprengstoffanschlag in Steinberg am See (Kreis Schwandorf) beteiligt gewesen sein soll, wurde am Sonntag in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Weiden tot aufgefunden. Das bestätigten die Leitenden Oberstaatsanwälte Gerd Schäfer (Weiden) und Joachim Diesch (Amberg) auf NT-Anfrage. Die Kriminalpolizei Weiden ermittelt in dem Todesfall.

Der 53-Jährige aus dem Landkreis Schwandorf war am 20. April festgenommen worden. Gegen ihn wurde wegen versuchten Mordes und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt. Er soll zusammen mit einem 67-Jährigen aus Steinberg am See ein Holzscheit zu einem Sprengsatz umgebaut haben. Das Scheit explodierte am späten Abend des 14. Januar im Kaminofen im Wohnhaus eines Ehepaars in Steinberg, als die Ehefrau gerade Holz nachlegen wollte. Bei der Detonation wurde die Scheibe des Ofens zerstört, eine Stichflamme schoss in den Raum, in dem sich das Ehepaar aufhielt.

Durch Splitter verletzt


Der Ehemann wurde durch Splitter leicht verletzt. Das Ehepaar alarmierte die Polizei. Beamte der Inspektion Schwandorf entdeckten im Ofen ein verdächtiges Metallteil und schalteten die Kripo ein. Untersuchungen ergaben, dass das Metallteil zu einer Sprengvorrichtung gehörte, die in das Scheit eingearbeitet worden war. Der 67-Jährige geriet schnell ins Visier der Ermittler. Er soll seit Jahren mit dem Paar in einem Nachbarschafts-Clinch gelegen haben. Die Polizei durchsuchte kurz nach der Tat das Anwesen des 67-Jährigen, dabei wurden Beweismittel sichergestellt. Er wurde festgenommen, am 16. Januar erging Haftbefehl gegen ihn wegen versuchten Mordes.

Die Ermittlungen liefen weiter und führten zu dem 53-Jährigen. Er wurde am 20. April festgenommen, nachdem auch in seiner Wohnung potenzielle Beweismittel sichergestellt worden waren. Der Haftrichter erließ Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Der Mann hat zumindest unmittelbar nach der Festnahme eine Tatbeteiligung bestritten. Am Sonntag wurde er tot in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Weiden gefunden.

Die genauen Todesumstände ermittelt nun die Kriminalpolizei. Ersten Erkenntnissen nach gebe es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden, sagte Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer.

Alleine in der Zelle


Der 53-Jährige sei seinen Informationen nach alleine in der Zelle untergebracht gewesen, sagte Schäfer. Es sei durchaus üblich, einer gemeinsam verübten Straftat Verdächtigte in unterschiedlichen Haftanstalten unterzubringen, um einen Kontakt oder Absprachen zu vermeiden.
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