Floristisches Artenhilfsprogramm schafft neue Lebensräume
Dem Pillenfarn gefällt es am Steinberger See

Diplombiologe Rainer Woschee (rechts) zeigte Bürgermeister Harald Bemmerl und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Naturparkvereins, Richard Tischler(von links), den Pillenfarn und erklärte ihnen die Lebensbedingungen der gefährdeten Pflanzenart. Bild: Hirsch
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Steinberg am See
29.09.2016
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Der vom Aussterben bedrohte Pillenfarn wächst an nährstoffarmen, flachen Gewässern. Am Südufer des Steinberger Sees findet die Pflanze ideale Bedingungen. Vorausgesetzt, der Naturparkverein Oberpfälzer Wald erhält ihr den Lebensraum.

Mit einem "floristischen Artenhilfsprogramm" will der Naturparkverein, der von über 30 Gemeinden, Vereinen und Privatpersonen getragen wird, hochgradig gefährdete Pflanzenarten erhalten. "Im Landkreis haben wir über 50 verschiedene Arten", sagt Gebietsbetreuer Markus Kurz. Er suchte stellvertretend den Pillenfarn heraus und holte als Berater den Diplombiologen Rainer Woschee mit ins Boot.

Bei einem Ortstermin am Steinberger See betonte stellvertretender Vereinsvorsitzender Richard Tischler: "Wir haben in den letzten Jahren exemplarisch immer wieder eine gefährdete Pflanzenart vorgestellt", zuletzt das Sumpf-Läusekraut, den Kleinen Vogelfuß, den Frischbiss, die Wurzelnde Simse und jetzt den Pillenfarn.

Das floristische Artenhilfsprogramm nennt der Pfreimder Bürgermeister einen "Mosaikstein im erfolgreichen Bemühen um den Natur- und Umweltschutz". Seit elf Jahren erfasse und pflege der Naturparkverein seltene Pflanzenarten. Der Landkreis und der Naturparkverein übernehmen dabei 15 Prozent der Kosten, den Rest steuere die Regierung der Oberpfalz bei, die am Steinberger See durch Nicole Werner von der Höheren Naturschutzbehörde vertreten war.

Bürgermeister Harald Bemmerl versucht, mit dem Interessenskonflikt von Fremdenverkehr und Naturschutz am Steinberger See zurecht zu kommen und beide miteinander in Einklang zu bringen. Der Diplombiologe Rainer Woschee konnte den Steinberger Bürgermeister beruhigen: "Der Pillenfarm kann sich auch dort entwickeln, wo Trubel herrscht". Er sei jahrzehntelang verschwunden gewesen und nun an sechs Stellen im Landkreis wieder aufgetaucht, darunter auch am Steinberger See.

Die Pflanze wachse flächig und brauche offenen Boden und viel Licht. Aufgabe des Naturparkvereins sei es deshalb, die Sträucher am Seeufer zurückzuschneiden und damit offene Bereiche zu schaffen, in denen sich der Pillenfarn entwickeln könne.
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