Skulptur am Einganz zum Heimat- und Braunkohlemuseum
Büste erinnert an alte Zeiten

Vermischtes
Steinberg am See
31.10.2016
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"Die BBI wäre heuer 110 Jahre alt geworden, sie starb aber mit 76." Jakob Scharf blickt nicht nur mit Nostalgie, sondern auch mit Dankbarkeit zurück auf die Zeit der "Bayerischen Braunkohlenindustrie". Zur Erinnerung daran hat sich der Vorsitzende des "Heimatkundlichen Arbeitskreises" etwas Besonderes einfallen lassen.

Der Altbürgermeister gab eine Büste in Auftrag, die einen Bergmann in Festtracht zeigt. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Knappenvereins Wackersdorf, Jürgen Müller, enthüllte Jakob Scharf am Samstag die Skulptur am Eingang zum Heimat- und Braunkohlemuseum. Pfarrvikar Andreas Hörbe zelebrierte den Festgottesdienst und segnete anschließend das Standbild mit der Aufschrift: "Zur Erinnerung an alle verstorbenen Mitarbeiter, im Krieg Gefallenen und tödlich Verunglückten."

Geschaffen hat die Büste der Künstler Robert Weber, von dem auch der Rathaus-Brunnen stammt. Die Kosten von 10 000 Euro kamen über Spenden herein. Scharf dankte den 50 Sponsoren. Der frühere Wackersdorfer Bürgermeister und Ehrenmitglied des Knappenvereins, Alfred Jäger, arbeitete elf Jahre lang bei der BBI und war damit prädestiniert für den Festvortrag "110 Jahre Braunkohlenindustrie" im Pfarrheim. Die Geschichte des Wackersdorfer Bergbaus beginnt im Jahre 1800, als der Schneidermeister Andreas Schuster beim Graben eines Brunnens auf Braunkohle stieß. Aber erst 106 Jahre später schlug die Geburtsstunde der BBI. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der damals 1200 Einwohner zählende Ort Wackersdorf weichen und an den jetzigen Standort umgesiedelt werden.

Im Revier Wackersdorf und Steinberg am See förderten bis zu 1700 Beschäftigte insgesamt 180 Millionen Tonnen Braunkohle zutage. "Die BBI war Dreh- und Angelpunkt im politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben", erinnerte sich Jäger. Auch 34 Jahre nach dem Ende der Braunkohlenindustrie halten die Gemeinden die Tradition der Bergbaugeschichte aufrecht. Dafür sorgen auch der Singkreis und die Blaskapelle des Knappenvereins.
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