Ulme droht Ungemach

Lokales
Störnstein
21.10.2014
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Weil sich der mächtige Stamm einer Ulme in der Lanzer Straße auf das Nachbargrundstück ausgebreitet hat, soll der ganze Baum gefällt werden. Diana Kreutzer stemmt sich vehement dagegen.

(arw) Wann der Stein des Anstoßes exakt gepflanzt worden ist, weiß keiner so ganz genau. Die Schätzungen liegen zwischen 48 und 67 Jahren. Eigentümerin ist die Gemeinde Störnstein. Die Ulme wächst und gedeiht seitdem - sehr zum Missfallen des Nachbarn. Weil nicht erst seit gestern seine Rand- und Betonsteine in Mitleidenschaft gezogen werden, plädiert der Geschädigte für eine radikale Lösung.

Bereits die Bürgermeister Konrad Kraus und Boris Damzog mussten sich in ihrer Amtszeit mit dem Problem-Baum beschäftigen. Doch die beiden ehemaligen Verwaltungschefs und ihr jeweiliger Gemeinderat lehnten eine Fällung immer wieder ab. Auch der amtierende Bürgermeister, Markus Ludwig sah bisher keinen Handlungsbedarf. Doch in der jüngsten Sitzung am 14. Oktober wurde dem Gemeinderat sozusagen das Messer auf die Brust gesetzt.

Gemeinderat stimmt zu

Der betroffene Nachbar fordert mit Hilfe eines Anwalts die Beseitigung des Baumes. Nach langer, intensiver Diskussion stimmte das Gremium schweren Herzens mehrheitlich zu, nicht zuletzt, um eine gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden. In der Gemeinde selbst gibt es keine Baumschutzverordnung. Das Fällen der Ulme würde auf Gemeindekosten gehen.

Für Diana Kreutzer die Aktion "ein Unding". Mit dem Baum sind für sie viele Kindheitserinnerungen verbunden. Auf der Ulme, die ihr Opa gepflanzt hat, befand sich zum Beispiel ein Baumhaus. Die Ulme und andere Bäume werden von der Familie Kreutzer gepflegt. Eingebunden ist bereits die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt. Ob die allerdings viel ausrichten kann?

Pressesprecherin Claudia Prößl verspricht eine Überprüfung des Sachverhalts. Allerdings befinde sich der Baum nicht im Außenbereich, sondern auf Gemeindegrund. Sofern es sich nicht um ein sogenanntes Naturdenkmal handele, sei das eine rein privatrechtliche Geschichte. Fachleute werden den Baum aber nochmal unter die Lupe nehmen. Ein Fällen wäre übrigens nur zwischen Oktober und Februar möglich, weil ansonsten die Vogelwelt gefährdet wäre.

Die Ulme ist prinzipiell gesund und widerstandsfähig. Kein heimliches Ansägen konnte sie bisher zum "Verbluten" bringen. Auch das mehrfache Einschlagen von Metallstiften überlebte der Laubbaum in den vergangenen Jahren. Der klagende Nachbar war übrigens für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kreutzer kämpft. Dieser Baum sei Heimat für Vögel und Fledermäuse. Sollte es nur am Laubabfall liegen, sei sie gerne bereit, die Blätter im Herbst zu beseitigen: "Hauptsache, der Baum wird erhalten".

Hilfe aus Weiden

Zu einem Ortstermin waren Susanne Schuhmacher und Klaus Gatz vom Weidener Bund Naturschutz sowie Jürgen Holl von der Geschäftsstelle angereist. Auch sie sehen nicht ein, dass der Baum abgesägt werden soll. Der Stamm hat einen unteren Stammdurchmesser von zirka 50 Zentimeter und eine Höhe von ungefähr zwölf Metern. Auf einem weißen Plakat steht: "Ich bin ein gesunder Baum, aber jetzt soll ich sterben! Warum?
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