Wöllershof als zweite Heimat
Bezirkskliniken verabschieden Finanzchef Leonhard Kellner

Großer Bahnhof für den Regionalbeauftragten Leonhard Kellner: Konrad Kastner, Direktor Wirtschaft und Finanzen, Medbo-Vorstand Dr. Dr. Helmut Hausner, Bürgermeister Markus Ludwig, Personalratsvorsitzende Birgit Kessler, Kellner, stellvertretender Ärztlicher Direktor Dr. Michael Ziereis, Christine Kick, Leiterin Patienten und Pflegemanagement, und Ärztlicher Direktor Dr. Heribert Fleischmann (von links). Bild: ms
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Störnstein
24.09.2016
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Wöllershof. Bei Zahlen hat ihm keiner so leicht etwas vorgemacht, falsche Ziffern hat er sofort durchschaut. Das brachte Leonhard Kellner in 41 Jahren in Diensten des Bezirks Oberpfalz und der Medbo Respekt und Anerkennung ein. Als der Beidler nun als Leiter des Sachgebiets Entgelte für die gesamte Medbo, Heimleiter in Wöllershof und Regionalbeauftragter der Nordoberpfalz in den Ruhestand verabschiedet wurde, überschütteten ihn die Redner mit Lob.

Medbo-Vostand Dr. Dr. Helmut Hausner erinnerte in der Feierstunde im Haus 4 an Kellners Start 1975 als Bezügerechner im damaligen Nervenkrankenhaus Regensburg nach einer kaufmännischen Ausbildung in einem Weidener Autohaus. Er war der erste Kaufmann in der Klinik. Schnell kletterte er auf der Karriereleiter nach oben - bis zum Leiter Finanz-und Rechnungswesen.

1987 schickten sie Kellner ans Bezirkskrankenhaus Wöllershof, das tief in den roten Zahlen steckte. Er sollte den "Brandherd löschen". "Die Operation ist gelungen", bescheinigte Hausner. Er habe Wöllershof nicht nur stabilisiert, sondern zum stärksten Standort im großen Medbo-Verbund geführt. Eine weitere Herausforderung war der Bau der neuen Klinik in Wöllershof ohne jegliche Fördermittel. "Der Hobbyimker hat großen Anteil am Erfolg von Wöllershof", würdigte Hausner. Allein das schon hätte die große Abschiedsfeier gerechtfertigt, fuhr der Medbo-Vorstand fort. Aber Kellner war innerhalb der Medbo auch der Hauptverhandlungsführer bei den Budgetgesprächen mit Kranken- und Pflegekassen sowie der Rentenversicherung. Er habe sich als Experte bayernweit etabliert. "Kellner hat es meisterhaft geschafft, gute Ergebnisse für die Krankenhäuser zu erzielen."

s Bürgermeister Markus Ludwig dankte dem scheidenden Chef in Wöllershof für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Kellner habe für die Region viel bewirkt. Ärztlicher Direktor Dr. Heribert Fleischmann verwies darauf, dass Kellner stets ein wachsames Auge darauf gelegt habe, dass das bei den Budgetverhandlungen herausgeholte Geld auch in medizinische Leistungen geflossen sei. So seien 45 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden: für 27 Ärzte und 18 Pflegekräfte. Die Belegung der Betten sei von 77 auf 95 Prozent gesteigert worden. Wöllershof sei vom bayerischen Schlusslicht in die Spitzengruppe aufgestiegen. Trotz allem seien für den Kaufmann Zahlen nicht alles gewesen. Er sei zutiefst humanitär eingestellt. Auch Personalratsvorsitzende Birgit Kessler lobte Kellners respektvollen Umgang mit den Menschen. Mit ihm hätten stets offen und verantwortlich gemeinsam die Herausforderungen gelöst werden können.

Ausführlich blickte der künftige Ruheständler auf spannende 41 Berufsjahre beim Bezirk zurück. Er habe es mit sieben Verwaltungsleitern und vier Ärztlichen Direktoren zu tun gehabt. Weil die Regierung dem Bezirk einen Investitionskostenzuschlag verweigerte, zog Kellner vor Gericht und gewann. "Ich durfte mitgestalten und Wöllershof weiterentwickeln. Wöllershof ist meine zweite Heimat geworden", gestand der mit viel Beifall verabschiedete Stiftländer.
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