Countdown läuft in der "Faschingshauptstadt"

Stulln gilt nicht nur als eine Faschingshochburg im Landkreis Schwandorf. Dazu trägt ganz maßgeblich der Gaudiwurm bei, der heuer zum 37. Mal durch den Ort zieht. Archiv-Bild: Götz
Freizeit
Stulln
30.01.2016
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Vom Gaudiwurm selber bekommen die Organisatoren so gut wie gar nichts mit. Zu sehr sind sie damit beschäftigt, für einen möglichst reibungslosen Faschingssonntag zu sorgen. Aber großen Spaß macht es ihnen trotzdem, diese Großveranstaltung in einer närrischen Hochburg auf die Beine zu stellen.

In der Nacht zum Rosenmontag um Viertel vor Eins macht sich Werner Priehäußer gewöhnlich das erste Bier auf. Dann ist es wieder einmal geschafft! Nach wochenlanger Vorbereitung und Zwölf-Stunden-Dauereinsatz sind der Faschingszug und sein Begleitprogramm vorbei. Der TSV und dessen Förderverein hatten dann an die 200 Kräfte im Einsatz, um dieses Großereignis in der "Faschingshauptstadt" im Freistaat Bayern über die Bühne zu bringen.

Die Organisationsarbeit beginnt alljährlich schon rund vier Wochen davor. Der Sportverein, der vor fast zehn Jahren in die Bresche sprang und an die Stelle der Faschingsgesellschaft trat, verfügt inzwischen über viel Routine. Jeder der 25 bis 30 Mitwirkenden im engeren Zirkel weiß, was zu tun ist, ein Rad greift in das andere. Genehmigungen einholen, Sicherheitsgespräche führen, Auflagen erfüllen, Anmeldungen annehmen - es soll nichts dem Zufall überlassen bleiben. Schließlich will sich Stulln am Faschingssonntag ja von seiner besten Seite zeigen und für Tausende von Besuchern ein guter Gastgeber sein.

Vor dem Start des Gaudiwurms, der um 14 Uhr erfolgt, steht die Abnahme aller unter den etwa 25 Gruppen mitziehenden Wagen. Dazu gehört es auch, nach "Klopfern" Ausschau zu halten, deren Auswurf untersagt ist. Unter das närrische Volk dürfen von oben herab nämlich nur Gummibärchen gebracht werden. 14 000 Päckchen werden dazu bestellt. Sie finanzieren sich ebenso wie Versicherungen oder Musik über die Spenden, die am Rande des Geschehens in die Sammelbüchsen gesteckt werden. Vorab auch ganz wichtig: Alle Fahrer müssen nüchtern sein, und Begleitpersonal muss daneben her gehen und aufpassen, damit niemand unter die Räder gerät.

Ehrgeizig und konsequent


"Wir stellen uns der Verantwortung", betonen TSV-Vorsitzender Andreas Hanff und Fußballabteilungsleiter Jürgen Vetter, dass akribisch darauf geachtet wird, wirklich alle Vorschriften zu erfüllen. Das weiß auch die zuständige Polizei in Nabburg: Auf das Stullner Organisationsteam ist Verlass.

Es wird für die Sicherheit getan, was getan werden kann. Immer wieder ein Thema ist da freilich der Alkohol. Auffälligkeiten bei Verkauf oder Anlieferung von Getränken werden beobachtet und sanktioniert, so gut es geht. Dass immer wieder Besucher schon in angetrunkenem Zustand erscheinen, gefällt den Machern des Zugs nicht. Wie wohl sie wissen, dass sich das wohl kaum ändern lässt. Eingriffe erfolgen jedoch sofort, sofern sie rechtlich abgesichert sind. Das gilt auch für die große Fete "danach". Ins 1200-Mann-Zelt, in dem ein DJ für Stimmung sorgt, darf keiner unter 18, der Ausschank beginnt erst um 15 Uhr, endet um 24 Uhr, und um 0.30 Uhr wird geräumt. Wer rein will, muss eine Einlasskontrolle mit Leibesvisitation über sich ergehen lassen; Gegenstände, die zur Verletzungen führen können, sind abzugeben. Wer sich nicht ordentlich beträgt, muss damit rechnen, dass er den Abpfiff um Mitternacht nicht mehr mitbekommt. Da kennen die Wachleute keinen Spaß.

Der Countdown läuft: Morgen in einer Woche ist es wieder soweit. Im Team, das sich der Mission Faschingszug verschrieben hat, herrscht Zuversicht. Kalt und sonnig sollte es am besten werden, dann kommen erfahrungsgemäß die meisten Zuschauer. Sie sollen fröhlich und unbeschwert feiern können, dafür wollen die ehrenamtlichen Organisatoren sorgen - auch wenn es auf ihre eigenen "Kosten" geht und sie selber den Zug erst hinterher auf Filmen und Fotos sehen.
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