Woife Berger begeistert mit seinem Kabarett- und Musikkabarettprogramm

Woife Berger alias "Der Fälscher" unterhielt sein Publikum auf der Bühne im Bodensteiner-Saal. Bild: tie
Kultur
Stulln
27.01.2016
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Als "Fälscher" bezeichnete sich Wolfgang oder Woife Berger auf der Ankündigungskarte für sein Abendprogramm. Es gelang ihm aber, die Gäste im Gasthof Bodensteiner mit "Sahnestücken aus über 20 Jahren Kabarett" ganz ehrlich für seine Kunst einzunehmen, ohne irgendwelche falschen Worte oder Töne zu wählen. Sein ehrliches Auftreten und seine echten Aussagen überzeugten.

Berger kommt aus Niederbayern, fragte, ob "Preissn" da seien, und da sich niemand meldete, äußerte er beruhigt: "Oiss is boarisch - mia san undda uns". Dementsprechend dachte er auch, dass das erste Lied, das von der "Schwiagamuadda als Deifi in Person", für ihn als Bayern völlig in Ordnung geht. Jedoch war er damit nach eigenem Bekunden für seine Tochter "peinlich". Dieser Teenager-Ansicht stellte er seine Meinungen entgegen.

Die Ausführungen zwischen den Liedern lösten ein ums andere Mal Lachsalven aus, so treffend konnte er sie vorbringen. Im nächsten Lied musste das Publikum den mitsingenden Hund mit lautem "Wau, wau" darstellen. Nach dieser Kunstfertigkeit gab es wieder Generationenfragen: Jungens sind "cool", meinen sie jedenfalls selber. Berger gab Stimmungsbilder: "Moang bi i wieda bei der Mama" " heid bi i so cool" " moang bi i wieda a brava Bua". Damit charakterisierte er heranwachsende Männer.

Er selbst meinte, er sei am meisten durch Frauen geprägt worden. Offen blieb, weshalb er sich selbst dann die Frage stellte, warum der Teufel immer ein Mann sein müsse. Seine Mama sagte einmal, die Familie sei das wichtigste Element für einen Jungen. Deshalb sei er so gern zu Tante Gusti gefahren, weil er dort das tun durfte, was zu Hause nicht ging.

Nach der Pause erzählte Berger von seiner Dienstzeit als Zivi. "Dienst am Menschen statt Dienst an der Waffe", lautete sein Motto. An die "Abenteuer von Asterix, Obelix und Fälscherix" erinnerte er sich ebenfalls gerne. "De Weld draad se weida, egal wos passiert" sei die Lehre, die man aus allen Erlebnissen ziehen sollte. Der Herrgott jedenfalls "ist ein Bayer", deshalb die Bitte "liaba Heagood, schaug oba auf dei Bayernland, schaug, wias in Bayern zuageit".

Das nächste Lied "I hob an Obba, der is 75 Jahr" widmete sich dem Liebesleben des alten Mannes, der eine "jugendliche" 68-Jährige kennengelernt hat. Schon fällt ihm alles Nützliche für die Liebe ein, vor allem der Refrain "Kondome dabei!"

Das letzte Lied handelte von Bergers Lieblingsort "Legnano" und gipfelte in der Schluss-Aussage "i bi wiada do", worauf das Publikum antwortete "er is wiada do". Als Zugabe ertönte noch das Lied "Nix springe von dem Beckenrand", worin Erlebnisse mit einem Bademeister in Legnano musikalisch nachempfunden werden. Damit fand ein vergnüglicher und genauso unverfälschter Abend sein Ende.
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