Augenmaß bewahren

Lokales
Stulln
22.11.2014
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Gewerkschaften seien in der Kritik, aber eine Pauschalisierung fehl am Platze, unterstrich Bürgermeister Hans Prechtl bei der Jubilarehrung der IG Bergbau, Chemie und Energie, Ortsgruppe Stulln. Die IG BCE bewahre Augenmaß und sei um angemessene Abmachungen bestrebt.

Ortsgruppen-Vorsitzender Thomas Vater hieß Ehrengäste, Jubilare und Knappschaftsältesten Fritz Walter willkommen. "Gewerkschaften sind in der Kritik, aber eine Pauschalisierung ist fehl am Platze", betonte Bürgermeister Hans Prechtl in seinem Grußwort und lobte "Augenmaß und angemessene Abmachungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer" bei dieser Gewerksschaft. Ein vernünftiges Miteinander und Gesamtverantwortung seien gefordert, um einen Interessenausgleich zu finden. Sein Dank galt den Jubilaren für ihr berufliches und gewerkschaftliches Engagement. Das Gemeindeoberhaupt wünschte "Kraft, um auch dicke Bretter zu bohren".

Eingangs verwies IG BCE-Bezirksleiterin Gaby Hübner auf einige gewerkschaftliche Erfolge in den zurückliegenden Jahrzehnten. Sie erinnerte unter anderem an den sechswöchigen Urlaub, den arbeitsfreien Samstag, den besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz, die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 37,5 Stunden, die tarifliche Altersversorgung, an neue Fortschritte beim Mindestlohn und die Rente mit 63.

"Es mag viele Gründe für den Einsatz von Leiharbeitern geben. Aber es gibt keinen einzigen Grund dafür, sie schlechter zu bezahlen", merkte die Verbandsfunktionärin kritisch an. Leiharbeit sei zum Abfedern von Produktionsspitzen gedacht und akzeptiert. "Aber die Leiharbeit wird nahezu nur zu Lohndrückerei missbraucht", kritisierte die Sprecherin.

Die Energiewende ist im vollen Gange. Zwischenzeitlich sind über 22 000 Windanlagen errichtet und ihre Zahl ist permanent im Steigen, führte Hübner aus. Photovoltaik- und Biogasanlagen nehmen zu. Neue intelligente Netze für die Energiedurchleitung werden entwickelt. Aber auch gewaltiger Widerstand ist in Sicht. Das Sankt-Florians-Prinzip kenne jeder. "Das neue Energiekonzept muss ökologisch und nachhaltig sein, aber auch sozial und wirtschaftlich vernünftig", gelte für die IG Bergbau, Chemie und Energie. Bei der Ansiedelung neuer, weiterer Industriebetriebe sei das Thema Nachhaltigkeit einbeziehen. Es gehe um umweltverträgliche Technologien und hohe soziale Standards.

Die 14 Jubilare, so die Bezirksleiterin, legen 505 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit in die Waagschale. Sie wünschte weiterhin Gesundheit, Schaffenskraft und Lebensfreude und zeichnete mit Bürgermeister Hans Prechtl und OG-Vorsitzendem Thomas Vater die Jubilare mit Urkunden sowie Anstecknadeln aus und überreichte Geschenke.
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