Erinnerung noch lebendig

Vorsitzender Jürgen Ferschl (links) sowie die Bürgermeister Hans Prechtl Stulln (Dritter von links) und Manfred Rodde (Zweiter von rechts) zeichneten die Mitglieder (von links) Adam Paul (60 Jahre), Leo Zweck (50), Josef Fröhlich und Klaus Zühlke (beide 25) für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Bergknappenverein Stulln/Schwarzenfeld mit Nadeln und Urkunden aus.
Lokales
Stulln
10.12.2014
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Traditionsbewusst beging der Bergknappenverein Stulln/Schwarzenfeld das Hochfest zu Ehren der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Auch nach Schließung der letzten Grube im Mai 1987 bleibt die Erinnerung an den Flussspatabbau in der Region lebendig, unterstrich Bürgermeister Hans Prechtl in seinen Ausführungen.

Nach der Begrüßung der Besucher in der St.-Barbara-Kirche stellte Pater Georg in seinen hinführenden Worten die Ausrichtung der Heiligen auf den Glauben in einer Zeit heraus, in der für viele Menschen Christus nicht erkannt wurde. Die heilige Barbara hatte zu neuem Leben in Jesus gefunden und für diesen Glauben ihr Leben hingegeben. In Bergbauregionen spielt der Barbaratag eine besondere Rolle, da die Heilige als Schutzpatronin der Bergleute gilt. Die Schwarzenfelder Blaskapelle gestaltete den Festgottesdienst musikalisch und verlieh ihm einen festlichen Rahmen.

In voller Montur

Anschließend formierten sich die Mitglieder der beiden Bergknappenvereine Stulln/Schwarzenfeld und Marienschacht/Wölsendorf im Bergkittel, mit Schachthut, Federbuschen und weißen Handschuhen und zogen in Musikbegleitung unter der Leitung von Josef Lobenhofer ins Gasthaus Bodensteiner.

Vorsitzender Jürgen Ferschl hieß im Saal die Gäste - unter ihnen Ehrenvorstände Xaver Dirrigl und Josef Raith sowie Bürgermeister Hans Prechtl mit Stellvertreter Franz Jauernig und Amtskollege Manfred Rodde aus Schwarzenfeld - willkommen. Sein besonderer Dank galt Pater Georg für die feierliche Gestaltung des Gottesdienstes. Zeremoniell gedachten die Teilnehmer bei gesenkten Fahnen und zum Steigerlied der verstorbenen Mitglieder Joachim Eimer, Karl Schmalseder und Josef Frey.

Vor 27 Jahren ging der Bergbau in der Region zu Ende, aber sein Symbol "Schlägel und Eisen" im Gemeindewappen bekunde die enge Beziehung zum Flussspatabbau. Die Gruben gaben Arbeit und Brot und auch die Gemeinde habe davon profitiert, betonte Bürgermeister Hans Prechtl in seiner Ansprache. Die Fluorchemie Stulln (FCS) ist Eigentümerin eines Bergwerks in Gehren/Thüringen und der Bergbau kann wieder aufleben. Der Bergknappenverein ist aktiv präsent und ist in die Bevölkerung eingebunden. Prechtl überreichte ein Geldgeschenk zur Würdigung des allgemeinen Wirkens des Vereins.

Vor Jahren hatte der Bergbau eine herausragende Stellung, erinnerte Bürgermeister Manfred Rodde. Die Tradition muss weitergetragen werden, um bei den jungen Menschen das Gedenken an den Bergbau wachzuhalten. Sein Dank galt den Bergknappen für das Einbringen in die 1000-Jahr-Feier des Marktes Schwarzenfeld im nächsten Jahr und überreichte ein Geldgeschenk.

Flussspatpreise sinken

In Vertretung von Geschäftsführer der Fluorchemie Stulln, Herbert Zweck, überbrachte Josef Nachtmann die Grüße der heimischen Industrie. Aktuell habe die "Produktion noch Luft nach oben", merkte der Sprecher an. Die Absatzmärkte sind wegen eines Überangebots sehr schwierig geworden. Die Flussspatpreise sinken und die Grube in Gehren steht noch auf "Stand-by". Eine kleinere Zeche nahm einen Probebetrieb auf und im kommenden Jahr ist an die Abnahme von 10 000 Tonnen gedacht. Aus Verbundenheit zum Bergknappenverein überreichte Josef Nachtmann ein Geschenk der FCS.

Vorsitzender Jürgen Ferschl übermittelte im Auftrag des Vorstandes des Nachbarvereins "Marienschacht/Wölsendorf", Fritz Held, Grüße zum Gelingen der Barbarafeier und lud zur Mettenschicht am 14. Dezember um 16 Uhr am Kocherstollen ein

Bayerischer Knappentag

In seinem Ausblick verwies Vorsitzender Jürgen Ferschl auf die Ausrichtung des Bayerischen Knappentages 2015 am 13./14. Juni, integriert in die 1000-Jahr-Feier des Marktes Schwarzenfeld. Die Sportparkhalle steht als Festhalle zur Verfügung. Am Samstagabend wird das Großereignis eröffnet. Am Sonntag ist Festgottesdienst und Festzug.
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