Für Frieden und Gerechtigkeit

Der ökumenische Bittgottesdienst in der Barbara-Kirche Stulln szand unter dem Motto "Grenzerfahrung". Gemeindereferent Markus Seefeld, Pfarrvikar Joseph Kokkoth und die evangelische Pfarrerin Heidi Gentzwein (von links), gestalteten mit den Ministrantinnen die Andacht. Bild: ohr
Lokales
Stulln
26.11.2015
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Die ökumenische Friedensdekade 2015 steht unter dem Motto "Grenzerfahrung". Beim Friedensgottesdienst in der St. Barbara-Kirche stand dieses höchst aktuelle Thema im Mittelpunkt.

"Wir freuen uns, dass Sie so zahlreich gekommen sind, mit uns den Wortgottesdienst zu feiern", brachte Pfarrvikar Joseph Kokkoth in seiner Begrüßung zum Ausdruck.

Gemeindereferent Markus Seefeld zeigte in aktuellen Situationen Grenzerfahrungen auf: Flüchtlinge erleiden Krieg, Gewalt und Demütigung, Hunger und Perspektivlosigkeit. Sie stehen vor den Toren Europas und bitten um Aufnahme. Menschen, die Grenzen überwinden wollen, aber auch auf Barrieren stoßen. Aber auch Deutschland stößt an seine Grenzen. Auch alltägliche Grenzen engen die Menschen ein.

Pfarrvikar Joseph Kokkoth und die Ministranten brachten in den Fürbitten Anliegen vor Gott: die Zuwendung der Menschen an Hilfsbedürftige, Gastfreundschaft üben und Worte des Willkommens aussprechen, Flüchtlingen Hilfe anbieten, die Zuflucht in anderen Ländern suchen und das Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit.

Die evangelische Pfarrerin Heidi Gentzwein zeigte in ihrer Predigt am "Beispiel vom barmherzigen Samariter" die letzte Grenze angesichts des Todes auf. "Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?", fragte der Gesetzeslehrer." Jesus verwies ihn auf das Gesetz "Du sollst den Herrn, deinen Gott, mit ganzem Harzen, ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken lieben" und: "Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst", antwortete der Schriftgelehrte. "Handle danach!", forderte ihn Jesus auf. Aber der Schriftkundige wollte wissen; "Wer ist mein Nächster?"

"Wer ist der Nächste?"

Im Gleichnis handelt der Samariter als Nächster. "Wer ist unser Nächster" stellte Pfarrerin Heidi Gentzwein als rhetorische Frage in den Raum. Die Religion, die Familie, die Freunde, ein Ungläubiger oder Deutschland? "Wer vor meine Füße fällt, ist mein Nächster", lautet die Botschaft. "Es ist ein Mensch", konstatierte die Pfarrerin. "Er braucht meine Hilfe. Menschwürde hat keine Grenze. Gott gibt Kraft und Mut", gab die Pfarrerin mit auf den Weg.

Organist Rektor a.D. Heinz Prokisch begleitete mit Liedern aus dem Gotteslob den Bittgottesdienst zur ökumenischen Friedensdekade.
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