Höhere Gebühren am Friedhof

Das Bild zeigt eine Teilansicht des 1990 abgelegten Friedhofs mit der Urnenwand rechts im Hintergrund. Bild: ohr
Lokales
Stulln
07.12.2015
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Laut überörtlicher Prüfung der Jahresrechnungen 2005 bis 2009 besteht im Stullner Bestattungswesen eine eklatante Unterdeckung von circa 71 Prozent. Der Prüfungsbericht lag dem Gemeinderat schon 2012 mit der Empfehlung vor, die Gebühren anhand einer Kalkulation neu festzulegen.

In der jüngsten Sitzung nahm Bürgermeister Hans Prechtl in seiner Sachverhaltsdarstellung Bezug zum Beschluss der Februarsitzung 2012. Sein Dank galt Geschäftsstellenleiter Peter Hesl für die fundierte Vorlage der Gebührenneukalkulation. Er erläuterte ihre wesentlichen Punkte. Als Entscheidungshilfe lag dem Gremium eine exakte Zusammenstellung über Ausgaben für Personal, Verwaltung und Betrieb von 2008 bis 2014 sowie eine Auflistung der Einnahmen im gleichen Zeitraum vor.

Als Investitionskosten zur kalkulatorischen Abschreibung schlugen zum Beispiel die Entwässerungsmaßnahmen im Friedhof 2013 mit annähernd 102 000, die Gesamturnenanlage 2008 mit rund 42 000 und die Baukosten 1990 mit circa 263 000 Euro zu Buche.

Auch eine Darstellung über belegte Gräber (Stand 2014) diente als Tischvorlage. Doppelgräber (2x2), insgesamt 133, Grabplätze 532 (Ruhezeit stets 20 Jahre); Einzelgräber (1x2), 39, insgesamt 78; Urnenerdgräber (1x4), 4 und 8; Kindergräber (1x1), 1 und 1. Die Gesamtzahl summiert sich auf 619 Grabplätze. Urnennischen (1x4), 11, insgesamt 44 (Ruhezeit 10 Jahre). Die Anzahl der durchschnittlich jährlich anfallenden Nutzungsrechte liegt bei 35,35.

55 Prozent mehr

Die jährlichen Ausgaben im Durchschnitt von 25 480,69 Euro geteilt durch die jährlich anfallenden Nutzungsrechte von 35,35 ergibt als kostendeckende Gebühr je Grabstelle 720,81 Euro, gerundet 720.

Auf dieser Berechnungsbasis entstünden als kostendeckende Gebühren folgende Beträge für die jeweiligen Grabstellen: Doppelgräber (2x2): 2 880 Euro (bisher 640 Euro); Einzelgräber (1x2) 1 440 (320); Urnenerdgräber (1x2):1 440 (160); Kindergräber (1x1):720 (160) und Urnennischen (1x4):2: 1 440 (320).

Im Kalkulationszeitraum betragen die durchschnittlich jährlichen Personalkosten sowie der Verwaltungs- und Betriebsaufwand 11 328,56 Euro. Abzüglich der durchschnittlich jährlichen Einnahmen aus den Leichenhausbenutzungsgebühren von 1 035 Euro ergeben sich für das jährlich anfallende Nutzungsrecht 291,20 (gerundet 290) Euro.

Daraus ergeben sich folgende Grabstättengebühren: Doppelgräber: Vorschlag für Erhöhung 1160 Euro; kostendeckend 2 880 Euro und bisher 640 Euro. Einzelgräber: 580 - 1 440 -320; Urnenerdgräber: 580 - 1440 - 160; Kindergräber 290 - 720 -160; Urnennischen: 580 -1 440 -320.

Nur eine Gegenstimme

In der anschließenden Aussprache bestand Einigkeit, die Berechnung der Grabgebühren laut Verwaltungsvorschlag ohne Einbeziehung der kalkulatorischen Kosten - entspricht rund 55 Prozent - vorzunehmen. Die einzelnen Wortmeldungen verdeutlichten die Notwendigkeit einer Anpassung, auch wenn damit ein Sprung nach oben verbunden ist. Dritter Bürgermeister Franz Jauernig regte an - zum Beispiel entspreche die Erhöhung bei Doppelgräbern von 640 auf 1160 Euro 81 Prozent - auf 50 Prozent zu reduzieren. Die Gebührenkalkulation wurde einstimmig gebilligt. Bei einer Gegenstimme fand die zweite Änderung der Gebührensatzung zur Friedhofs- und Bestattungssatzung ein klares Ergebnis. Die Satzung tritt am 1. Januar 2016 in Kraft.

Die Beschlussfassung zur 1. Änderung der Friedhofs -und Bestattungssatzung hinsichtlich des Benutzungszwanges für Leichenhaus und gewerblicher Arbeiten auf dem Friedhof wird einer Formalie gerecht und ändert nichts an der Sache. Sie tritt ebenfalls am 1. Januar 2016 in Kraft.
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