Lebendige Steine der Kirche

Lokales
Stulln
22.05.2015
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Mit einem Gottesdienst feierte die Pfarrgemeinde den 60. Jahrestag der Weihe der St.-Barbara-Kirche. Der moderne Mensch suche sein Heil oft nicht mehr in der Kirche, sagte Dekan Michael Hoch. Aus seiner Sicht habe diese Einstellung aber etwas Entscheidendes aufgegeben.

Die Blaskapelle Schwarzenfeld unter der Regie von Josef Lobenhofer geleitete den Pfarr- und Gemeinderat sowie kirchlichen und weltlichen Vereine mit ihren Fahnenabordnungen vom Vorplatz der Mehrzweckhalle zur Pfarrkirche. Die Teilnehmer zogen bei Orgelspiel ins Gotteshaus ein und die Abordnungen des Katholische Frauenbundes, der KLJB, der Freiwilligen Feuerwehr sowie des Schützen-, Bergknappen- und Kriegervereins positionierten sich vor den beiden Seitenaltären zu einer imposanten Kulisse.

Nach dem gemeinsam gesungenen Kirchenlied "Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land..." wandte sich Pater Georg an die Gläubigen: "Wir Stullner dürfen mit Freude und Dankbarkeit auf die Weihe dieses Gotteshauses zurückblicken". Dieser Gedenktag sei nicht nur ein Weihetag des Gebäudes, sondern auch ein Festtag der Kirche aus Menschen, einer Gemeinschaft im Glauben, unterstrich der Geistliche. Die Christen seien die "lebendigen Steine", das heilige Volk, fasste der Priester zusammen.

"Gott ist da"

Zurückliegende Epochen hätten auf die Frage "Was ist eine Kirche?" verschiedene Antworten gegeben, merkte Dekan Michael Hoch im Anschluss an. Heutzutage sehen nicht wenige die Kirche als Museum mit bewundernswerten Kunstschätzen. Ihm aber gefalle der Gedanke "die Kirche ist der Abendmahlsaal Jesu". Die Menschen kommen dort zusammen und feiern seinen Tod und seine Auferstehung. "Um Liturgie, Messe, Gottesdienst zu gestalten und sich stets zu versichern: 'Gott ist da', wurde die Kirche in Stulln gebaut", merkte der Dekan an.

Vielleicht brauche der moderne Mensch diese Zusicherung aber immer weniger, fragte sich der Festprediger. Die Zeit für den weggelassenen Sonntagsgottesdienst sei schnell mit Alltäglichkeiten gefüllt. Eventuell fühle sich der moderne Mensch sogar befreiter. "Aber er hat etwas Entscheidendes aufgegeben: seine Mitte", betonte der Geistliche. Die neue Kirche stand 1955 am Rande des Dorfes, umgeben von Feldern, erinnerte Hoch. Das Dorf weitete sich um die Kirche aus. Nach sechs Jahrzehnten stehe sie augenscheinlich im Zentrum. "Gott hat den Platz in der Mitte bekommen. "Das ist gut so", betonte der Priester.

Trotz der großen Veränderung mit der Einbindung in die Pfarreiengemeinschaft mit Schwarzenfeld werde die Mitte nicht genommen. Pfarrstrukturen mögen sich ändern, auch Pfarrer kommen und gehen. "Aber er - der Herr - bleibt", gab der Dekan als Richtschnur mit auf den Weg.
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