Lustige Seitenhiebe inklusive

Der Kirwa-Sonntagnachmittag der Faschingsgesellschaft Stulln mit seinem bayerischen Flair ist ein Besuchermagnet. Unter anderem begeisterten die neun Paare mit dem Bandltanz in verschiedenen Formationen. Bilder: ohr
Lokales
Stulln
04.09.2015
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Nach ihrem Einzug ins Festzelt "derbleckten" die drei Gstanzl-Sänger Anna Pröls (Teufelsgeige), Daniel Markgraf (Quetschn) und Markus Kiener (Waschbrett; von links) so manchen Gemeindebürger.

Traditionell, deftig, bayerisch: Mit diesen drei Worten lässt sich die Stullner Kirwa wohl am besten beschreiben. Am Sonntagnachmittag waren vor allem die Auftritte der Kirwapaare und das legendäre "Derblecken" für das voll besetzte Festzelt verantwortlich.

Der Kirwa-Sonntagnachmittag der Stullner Faschingsgesellschaft ist längst ein Magnet für Jung und Alt. Die Auftritte der Kirwapaare und das "Derblecken" durch das Gstanzlsänger-Trio sind der Garant für ein "volles Haus". Obendrauf sorgte das Vierer Quartett "Mir Kiener Baierisch" mit urigen Liedern, flotten Polkas und Walzern für eine bombige Stimmung.

Vize-Präsident Andreas Pusch freute sich über das trotz sengender Hitze voll besetzte Festzelt. Zu den Klängen der Musikgruppe und unter kräftigem Mitklatschen marschierten die neun Kirwapaare durch den Mittelgang zu einer freien Fläche vor der Schenke ein. Der Sprecher stellte jedes Paar einzeln vor, anschließend positionierten sie sich zu ihrem ersten Auftritt - einem gekonnten Schuhplattler. In ihren feschen Dirndln legten die Kirwamoidln mehrere flotte Tänze aufs Parkett und die Kirwaburschen überzeugten zusätzlich durch akrobatische Tanzeinlagen. Die Akteurinnen und Akteure ernteten stets Riesenapplaus und erfüllten Zugaberufe.

Das rituelle Austanzen des Ober-Kirwapaares war der Höhepunkt. Die Kapelle spielte einen Walzer und die Paare reichten drei Blumensträuße weiter. Plötzlich stoppte die Musik und die Tänzer mit den drei Buketts marschierten zur Bühne. In jedem Gebinde war ein Los versteckt: Zwei Nieten und ein Treffer mit der Aufschrift "Ober-Kirwapaar 2015". Das Glück war Sarah Kiener und Tobias Wagner gesonnen.

Nach dem beklatschten Einzug positionierten sich Markus Kiener (Waschbrett), Daniel Markgraf (Quetschn) und Anna Pröls (Teufelsgeige) auf der Bühne und gingen nach einer saftigen Begrüßung allmählich in die Vollen: "In Stulln doa hot sie so einiges doa, drum Leid sad's etz staad und hört's uns guat zoa." Auch ein Seitenhieb auf die Lokalpresse durfte nicht fehlen: "Der Faschingszug in Stulln war heuer der Hit - es gab gute Ideen und tolle Gruppen gingen mit. Der Bericht war einfach zu viel, der gehört sich ohne Umschweif gleich auf den Müll. Warum der Pfreimder Faschingszug besser wor, bleibt uns einerlei, weil da worn fast die gleichen Wagen wie in Stulln dabei," lautete das Resümee. Auch die Schwarzenfelder Wehr bekam ihr Fett weg - ist doch eine Bewegungsfahrt nicht nach Plan verlaufen und ihr Auto sei "in Schwandorf unter da Bruck stecka bliem"

Auch junge Brautpaare wurden auf die Schippe genommen. "In Stulln stenga ziemlich viel Hochzeitsbäum uma, doch der Storch Adebar hod die Landebahn nird gfunna." Auch die Faschingsgesellschaft kam nicht ungeschoren davon. "Aldi und Ela gaben die Zügel aus der Hand, sich leider kein geeigneter Nachfolger fand. An Tanzlehrer hams heier nird ghabt, dafür ham die Tänze doch ziemlich guad klappt." Der 45-minütige Auftritt war von deftigen Trinksprüchen und gepfefferten Witzen begleitet und das Gstanzl-Trio erntete nach dem Schlussvers stürmischen Beifall als ihren verdienten Lohn.

Die zünftige Musik von "Mir Kiener Baierisch" sorgte bis zum Ausklang des nachmittäglichen Kirwa-Treibens für beste Unterhaltung. Die große Oldienacht ab 20 Uhr mit DJ Fenkerl beendete den zweiten Kirwatag.
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