Marode Spur zu Wald und Flur

2006 entschied der Gemeinderat, die einen Kilometer lange Verbindung zwischen Brensdorf und Stulln für den Kraftverkehr zu sperren.
Lokales
Stulln
25.07.2015
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Die Straße ist marode und beileibe kein Aushängeschild mehr. Daran gibt es rein gar nichts zu beschönigen. Alle sind sich einig, nur die daraus gezogenen Schlüsse sind unterschiedlich. Bürgermeister Hans Prechtl fährt eine andere Linie als es mancher in der Bevölkerung für richtig und zeitgemäß hält.

Die Verbindung zwischen Stulln und Brensdorf wurde Ende der 50er Jahre gebaut. In den Unterhalt steckte die Kommune kaum Geld. Stattdessen entschied sich 2006 der Gemeinderat, die kaputte Gemeindeverbindungsstraße für den Kraftverkehr, mit Ausnahme des landwirtschaftlichen, zu sperren. Seitdem verkommt die Straße, die von Brensdorf ins Stullner Baugebiet "Herzendamm" führt, immer weiter.

Eine Art unbefestigte Nebenspur hat sich bereits am Rande und teils auf einem Feld herausgebildet. Land- und Forstwirte holpern über die Buckelpiste, in der ein tiefes Schlagloch hie und da mit Beton aufgefüllt ist, um auf ihre Grundstücke zu gelangen. Spaziergänger nutzen sie und unerlaubt Autofahrer als willkommenen Schleichweg oder in den zurückliegenden Wochen, weil der Brensdorfer Weg ausgebaut wurde. Familien mit Kinderwägen umfahren im Zickzack die tiefsten Schlaglöcher. So mancher Stullner oder Brensdorfer blickt neidisch auf andere Gemeinden, in denen weit weniger ramponierte Wirtschaftswege mit Hilfe des Förderprogramms "Ländliche Entwicklung" ausgebessert werden.

Nicht notwendig

Bürgermeister Hans Prechtl ist dies alles mehr oder weniger bekannt. Er pariert solche Gedankenspiele mit dem Hinweis, dass die drei Meter breite Fahrbahn als Gemeindeverbindungsstraße eingestuft ist. Zugleich verweist er auf die Entscheidung von 2006, die Straße zu sperren. Das hält er nach wie vor für richtig. Als Gemeindeverbindungsstraße hätte die Fahrbahn bei einer Sanierung verbreitert werden müssen, um an eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zu gelangen. "Das ist objektiv nicht notwendig", sagt Prechtl auf Anfrage und nennt als überörtliche Verbindung zwischen den Gemeindeteilen den Brensdorfer Weg, der Anfang August fertig sein werde. Auf mindestens 117 000 Euro und bei einer erheblichen Verbreiterung etwa auf eine Viertelmillion Euro seien die Kosten damals geschätzt worden. Die Alternative, die Straße zu einem Wirtschaftsweg, also Feld- und Waldweg abzustufen, hätte zur Folge, dass der Unterhalt an die Grundstückseigentümer - Landwirte und Waldbesitzer - überginge. Deren Bereitschaft, dafür aufzukommen, wurde bereits 2006 als gering eingestuft.

Zur Sanierung sagt Prechtl: "Wünschenswert ja, notwendig nein". Es bleibt wohl vorerst alles beim Alten. Der Straßenzustand bessert sich zum Leidwesen und zum Ärger mancher nicht.
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