Mehr Geld für Investitionen

"Insgesamt gesehen steht die Gemeinde gut da. Unsere Anlagen sind gut in Schuss, die Finanzen geordnet", betonte Bürgermeister Hans Prechtl (links) in seiner Haushaltsrede. Sein Dank galt Kämmerer Thomas Krapf (rechts) für die Erstellung des umfangreichen Zahlenwerks. Bild: ohr
Lokales
Stulln
01.06.2015
3
0

Der Haushalt der Gemeinde klettert auf ein Rekordvolumen. Das Zahlenwerk ist vorwiegend geprägt von der Investitionsmaßnahme "Brensdorfer Weg" und dem Kauf des neuen Feuerwehrautos HLF 20. Allerdings gibt es bei einer ehemals satten Einnahmequelle einen deutlichen Rückgang zu verkraften.

"Der heurige Haushalt bringt keine Überraschungen", leitete Bürgermeister Hans Prechtl seine Ausführungen ein. Die wesentlichen Projekte wurden detailliert vorgestellt und gemeinsam beschlossen: der Ausbau des Brensdorfer Weges mit den fünf Teilbereichen Straße, Beleuchtung, Wasser, Kanal und Breitband (871 000 Euro), der Kauf des Feuerwehrfahrzeuges mit Digitalfunk (420 000), die Vollendung der Bauhoferweiterung (63 000), der Erwerb von Grundstücken (220 000) und die personelle Verbesserung im Kindergarten (24 000).

Im Haushalt ist eine Kreditaufnahme von 650 000 Euro vorgesehen. Durch die geplante Tilgung von 155 000 Euro im laufenden Jahr beträgt die tatsächliche Schuldenerhöhung 495 000 Euro. "Im Hinblick auf das historisch niedrige Zinsniveau ist das gut verkraftbar", versicherte Prechtl.

Im Vergleich zum Vorjahr (3 643 160 Euro) wächst der Gesamthaushalt heuer um 1 278 390 Euro auf 4 921 550 Euro an. Das entspricht einer Steigerung um 35 Prozent. "Immer deutlicher wird ein Trend spürbar", merkte das Gemeindeoberhaupt an. Die Einnahmen aus der Einkommensteuerbeteiligung werden von Jahr zu Jahr wichtiger gegenüber den Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Diese sinkt im Ansatz zu 2014 von 610 000 auf rund 400 000 Euro. Das heißt: Die Einnahmen aus der Einkommensteuerbeteiligung verdoppeln sich gegenüber der Gewerbesteuer.

"Finanzen geordnet"

"Die Richtung stimmt. Die Gemeinde lebt nicht von der Substanz", stellte Prechtl fest. Auch der Kommunalbausparvertrag werde weiter angespart und stelle eine Investition für die Zukunft dar. Defizite gibt es bei den gemeindlichen Einrichtungen: Alleine der Kindergarten schlägt mit 170 000 Euro deutlich zu Buche. Insgesamt gesehen stehe die Gemeinde aber gut da, unterstrich Prechtl: " Die Anlagen sind gut in Schuss und die Finanzen geordnet". Sein Dank galt Kämmerer Thomas Krapf für die Erstellung des Zahlenwerks.

"Nicht nur die Pflichtaufgaben können erfüllt werden, auch Wünschenswertes ist möglich", hob CSU-Fraktionssprecher und Zweiter Bürgermeister Thomas Rohrwild hervor. Zum Beispiel könne den Vereinen die Mehrzweckhalle unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Die Gewerbesteuer sei für die Kommune "ein Lotteriespiel und keine kalkulierbare Größe", gab er zu bedenken. Steigende Leistungen für den Kindergarten werden "von oben" gefordert, aber die Kostendeckung trage die Gemeinde. Die "große Politik" müsse noch stärker unter die Arme greifen, lautete seine abschließende Feststellung.

Einstimmiger Beschluss

Die Schuldentilgung und das Zurückfahren der Rücklage auf voraussichtlich rund 120 000 Euro bereiten ihm für die Zukunft Sorge, unterstrich FWG-Sprecher Franz Jauernig. Ansonsten könne das Plazet zum vorgelegten Etat erteilt werden. Der Gewerbesteuerrückgang wiege schwer, aber "wir müssen daraus die richtigen Schlüsse ziehen", signalisierte SPD-Sprecher Josef Nachtmann. Einstimmig ging der Haushalt 2015 über die Bühne.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.