Prechtl erinnert an "Schreckensbilder der Nachrichten"
Vor dem Ehrenmal

Die Gemeinde Stulln und die Pfarrei gedachten in einer Feier vor dem Ehrenmal der Opfer beider Weltkriege und unserer Tage. Bild: ohr
Lokales
Stulln
18.11.2015
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In einer würdigen Feier gedachten Pfarrei und Gemeinde Stulln am Volkstrauertag nach dem Sonntagsgottesdienst vor dem Ehrenmal im Beisein der Fahnen tragenden Vereine der Opfer beider Weltkriege und unserer Tage. Die Blaskapelle Schwarzenfeld umrahmte die Zeremonie feierlich mit Chorälen.

Bürgermeister Hans Prechtl erinnerte in seiner Ansprache an einen bedeutenden Jahrestag in diesem Jahr. Vor siebzig Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Die Alliierten befreiten 1945 Deutschland vom Nationalsozialismus. Der Redner zeigte Berührungspunkte zum aktuellen Geschehen auf. Die Schreckensbilder in den Abendnachrichten machen deutlich, auch heute wird die Welt nicht vom Frieden regiert. Menschen leiden nach wie vor unter Hunger, Krieg und Verfolgung. Die Anschläge in Paris am Freitagabend forderten bislang 129 Todesopfer. Terror mitten in Europa.

Der Bürgerkrieg in Syrien, Konflikte im Irak und unklare Sicherheitslage in Afghanistan sowie Hunger, Armut und Unterdrückung in einigen afrikanischen Ländern verursachen die derzeit große Flüchtlingskrise in Europa und insbesondere in Deutschland, schlussfolgerte Prechtl in seinen weiteren Darlegungen. Deutschland stehe vor unglaublichen Problemen. "Wir helfen gerne, aber wir können nicht die ganze Welt aufnehmen", merkte der Bürgermeister an. Die Stabilität muss gesichert werden. Die Willkommenskultur und das hervorragende ehrenamtliche Engagement darf nicht durch fremdenfeindliche Ausschreitungen getrübt werden.

Der heutige Volkstrauertag, so der der Bürgermeister in seinen weiteren Ausführungen, darf nicht vorrangig als Tag des Gedenkens an die Opfer beider Weltkriege, sondern als Tag der Mahnung gesehen werden: Als Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden. "Frieden und Freiheit sind nicht zum Nulltarif oder gar als Flatrate zu bekommen", betonte das Gemeindeoberhaupt. Aktiver Einsatz von Politik, Bürgern und auch Kirche sind notwendig. "Frieden ist unsere große Verpflichtung!"

Auf der Fahne des Stullner Kriegervereins steht der lateinische Spruch: "Mortui viventes obligant - Die Toten mahnen die Lebenden." Diese Aufforderung verpflichtet zur Verantwortung, sagte Bürgermeister Hans Prechtl. Ludwig Gerl von der Krieger- und Soldatenkameradschaft stellte am Ehrenmale eine Blumenschale nieder und drei Salutschüsse wurden abgefeuert.
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