Theater: Betrunkene Bauern geraten auf einer Waldlichtung in schwere Turbulenzen
Räuber und Beraubte in einem

Die "bewaffneten" Ehefrauen Agnes, Lene und Burgi spürten ihre verschwundenen Männer Veit, Emmeram und Gustl (jeweils von links) in der Waldlichtung auf. Sie kamen sich mächtig in die Haare. Bild: ohr
Lokales
Stulln
08.05.2015
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Der Rauschkugel-Schwank "Räuber sein dagegen sehr" der Landjugend, auf Altbairisch inszeniert, stand unter einem günstigen Stern: Autor Thomas Brückner aus Tittmoning - in Begleitung seiner Ehefrau und der vier Kinder - stand bei der Uraufführung im Pfarrheim Pate. Die Schauspieler setzen seine Gedanken Eins-zu-Eins um. "Der Abend war ein Genuss". Er sei froh, dass es solche Bühnen gebe, lautete Brückners Resümee nach der Vorstellung.

Ideale Besetzung

Regisseur Hans Prüfling betrat Neuland und ließ sein Ensemble durch die ideale Rollenbesetzung zur Höchstform auflaufen. Die gesamte Handlung spielt vor einem Bühnenbild - einer Waldlichtung. Effektvoll sorgten Technik (Lukas Wabro) und Kulissenaufbau (Thomas Koller) für die Atmosphäre: schaurig, unheimlich, spannend.

Die drei Landwirte Emmeram (Christoph Bierner), Veit (Helmut Sorgenfrei) und Gustl (Daniel Markgraf) torkeln laut gestikulierend vom Zuschauerraum bei stockdunkler Nacht zu einer Waldlichtung und werfen sich nebeneinander auf den Boden zum Schlafen. Der Morgen dämmert. Sie erwachen und fragen sich: "Was ist passiert?" Sie erinnern sich an die durchzechte Nacht nach einem erfolgreichen Viehhandel, das Verlaufen auf dem Heimweg und beschließen, eine zweite Nacht zu bleiben. Der Zorn der Ehefrauen habe sich bis dahin sicherlich gelegt.

In der Lichtung taucht aber ein Liebespärchen auf. "Schatzi" (Stephan Schatz) und "Mausi" (Agathe Obermeier) vermuten in den drei Bauern Räuber, rücken ihr Geld freiwillig heraus, verschwinden im Dickicht und zeigen bei der Gendarmerie einen Überfall an. Der "Kommandant" (Johann Vetter) und sein Adjutant "Vitus" (Lisa Fenchl) geben auf der Suche nach den vermeintlichen Räubern mit Unterstützung von "Mausi" dem ländlichen Zweiakter eine pfiffige Würze.

Überfall vorgetäuscht

Das Ausbleiben der Bauern beunruhigt auch die Ehefrauen: Lene (Emmerams Frau/Doris Ferschl), Agnes (Veits Frau/Anna Pröls) und Burgi (Gustls Frau /Christina Wirkner) machen sich ausgerüstet mit Gabel, Nudelwalker und Stock auf die Suche, finden ihre Männer, liefern sich deftige Wortgefechte und fesseln sie zur Vortäuschung eines Überfalls. Nun hat eine "Räuberin" (Anja Obermeier) ein leichtes Spiel und narrt die Wehrlosen. Das Blatt scheint sich zugunsten der drei Ausreißer zu wenden. Können sie doch noch der äußerst peinlichen Situation glimpflich entkommen? Weitere Aufführungen jeweils ab 19 Uhr im Pfarrheim, heute, 8. Mai, sowie Samstag und Sonntag, 9. und 10. Mai.
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