30 Jahre SPD-Ortsverein
Stulln spaltet sich von Schwarzenfeld ab

Kreisvorsitzende Evi Thanheiser (links), Ortsvorsitzender Josef Nachtmann (Dritter von links), Bezirksvorsitzender Franz Schindler (Vierter von links) und Unterbezirksvorsitzende Marianne Schieder (Fünfte von links) zeichneten treue Genossen für ihre Parteizugehörigkeit mit Urkunden aus. Mit im Bild Bürgermeister Hans Prechtl (Zweiter von links). Bild: ohr
Politik
Stulln
07.05.2016
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Vor drei Jahrzehnten fassten beherzte Stullner SPD-Mitglieder einen mutigen Beschluss. Sie gliederten sich aus dem Schwarzenfelder Verband aus und gründeten am 5. April 1986 einen eigenen Ortsverein. Mit Repräsentanten aller politischen Ebenen erhielt das Jubiläum nun einen würdigen Rahmen.

Vor Ehrengästen und Mandatsträgern blendete Vorsitzender Josef Nachtmann im TSV-Sportheim zunächst auf die Nachkriegszeit mit dem sprunghaften Anstieg der Stullner Bevölkerung auf rund 1250 Einwohner zurück. Heimatvertriebene bekannten sich zu ihren sozialdemokratischen Wurzeln und gründeten 1947 einen Ortsverein. Ein erhaltenes Kassenbuch belegt im ersten Quartal 1948 32 Mitglieder. 14 Jahre später wird ein Schlussstrich gezogen. Es ist anzunehmen, dass sich zu diesem Zeitpunkt der Ortsverein auflöste.

Nach annähernd einem Vierteljahrhundert erfolgte eine bedeutende Weichenstellung: Die Stullner SPD-ler firmierten sich unter "Sektion Stulln des Ortsvereins Schwarzenfeld". Am 5. April 1986 wählte die Gründungsversammlung Josef Schießl zum Vorsitzenden, Josef Schmid zum Stellvertreter, Manfred Kunz zum Kassier, Walter Ubl zum Schriftführer und Harry Imm zum Organisationsleiter. Mittlerweile war der Stand auf 27 angewachsen. Im Jahr hatte der Ortsverband bereits 35 Mitglieder in seinen Reihen. Nach vier Amtsperioden übernahm Karl Georg Haubelt von Josef Schießl im April 1994 die Verantwortung für den Ortsverein. Sechs Jahre später wählten die Mitglieder Hildegard Gerl an die Spitze. Josef Nachtmann leitet seit April 2002 in verantwortlicher Funktion die Geschicke.

Nach einem sehr detaillierten Rückblick auf die vergangenen Wahlen beleuchtete Josef Nachtmann die aktuelle Situation, ging auf die gegenwärtigen Baumaßnahmen ein und resümierte: "Die SPD-Fraktion versucht in sachlichen Diskussionen im Ergebnis stets die besten Lösungen zu finden und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten die Fortentwicklung mitzugestalten - der Fokus liegt auf Erfüllung der Pflichtaufgaben." Vor der Auszeichnung langjähriger Mitglieder hob der Vorsitzende das besondere Verdienst von Schatzmeister Manfred Kunz hervor: Er führt die Kasse seit der Gründung und die Revisoren bescheinigten stets eine vorbildliche Finanzabwicklung.

Die Gründungszeit des Ortsvereins Stulln fiel in den Höhepunkt der Auseinandersetzungen um den Bau der WAA, erinnerte Landtagsabgeordneter Franz Schindler in seiner Festansprache. Nach anfänglichem Zögern setzte sich Landrat Hans Schuierer an die Spitze des Widerstands. Die Kommunalpolitik, so der Redner, sei die schwierigste Form der Politik, da der Mandatsträger jeden Tag mit dem Bürger vor Ort in Kontakt stehe. Entscheidungen der Bundespartei strahlten auf die unteren nachgeordneten Organisationen aus. Im Jahr 1986 registrierte die SPD noch 800 000 Mitglieder. Mittlerweile liegt der Stand in Deutschland bei 500 000.

"Plumpe Parolen"


In den letzten drei Jahrzehnten zeichneten sich viele Veränderungen ab. Gerhard Schröder löste Helmut Kohl als Bundeskanzler ab. Die Agenda 2010 verursachte bei den Menschen Angst. Erhebliche Stimmenverluste waren hinzunehmen. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie sind die erneuerbaren Energieträger die wichtigsten Säulen einer nachhaltigen Energiepolitik. "Gebildete Menschen laufen dummen, plumpen Parolen hinterher", bemerkte der SPD-Bezirksvorsitzender im Hinblick auf die AfD. Die Gesellschaft verwahrlose.

Integrationsfähigkeit


Unterbezirksvorsitzende Marianne Schieder dankte den Gründern des Ortsvereins und den Vorständen für ihre hervorragende Arbeit. Stulln habe in der Nachkriegszeit bei der Aufnahme von Flüchtlingen Integrationsfähigkeit bewiesen und der Ort sei von einem unglaublichen Zusammenhalt geprägt. Junge Leute für die Politik zu begeistern, sei ihr ein wichtiges Anliegen.

Kreisrätin und -vorsitzende Evi Thanheiser unterstrich, der SPD- Ortsverein ist ein Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Stulln. Die Einladung zum 30-jährigen Geburtstag spiegle die gute Zusammenarbeit wide, betonte der CSU-Ortsverbandsvorsitzende und Bürgermeister Hans Prechtl. Die Mitgliederzahlen und die Wahlbeteiligung nannte er gemeinsame Sorgen - die größte davon: Wechselwähler entschieden sich für "Parteien, die wir nach meiner Überzeugung nicht brauchen". Prechtl bedankte sich für die konstruktive Arbeit zum Wohle der Heimat und überreichte eine Spende.

Treue MitgliederVorsitzender Josef Nachtmann zeichnete mit den Mandatsträgern Marianne Schieder (MdB), Franz Schindler (MdL) und Kreisvorsitzender Evi Thanheiser Mitglieder für langjährige Zugehörigkeit mit Urkunden und Nadeln aus. Für 25 Jahre: Helmut Köppl und Josef Nachtmann. Für 30 Jahre: Johann Beer, Ludwig Gerl, Hildegard Gerl, Manfred Kunz, Franz Neudecker, Peter Prokisch und Peter Schottenheim. (ohr)
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